Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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grösser  die  Voraussetzungen  der  Konzentration:  der  längere  Weg,
die  kürzere  Zeit  und  die  grössere  Menge  vorhanden  sind.  D  i  e
mechanische  Streckenförderung  steht  unter
dem  Gesetze  des  zunehmenden  Ertrages  bei  z  unehmenderKapitalkonzentration,
  dessen  Wirkungen
sich  am  deutlichsten  zeigen,  wenn  eine  Maschine  ihr  Konstruktionsmaximum ­
  auch  stetig  leistet.  Leistet  sie  aus  irgend  welchen
Gründen  weniger,  so  heisst  dies  Betriebsverteuerung,  und  aus
dem  Uebersehen  der  Voraussetzungen  einer  mechanischen  Streckenförderung, ­
  der  genügenden  Masse  bei  genügender  Länge  unter
geeigneten  lokalen  Verhältnissen  resultieren  die  sich  entgegenstehenden ­
  Anschauungen  über  ihre  Wirtschaftlichkeit.  Im  Karlsstollen ­
  bei  Diedenhofen  war  die  Seilförderung  1902  4637  m  lang,
in  Westfalen  betrug  die  grösste  Länge,  wie  erwähnt,  2680  m.
Die  erste  Anlage  leistete  in  einer  Schicht  6285  tkm  bei  einem
Kostensätze  von  2,8  Pf.  pro  tkm;  die  zweite  Anlage  leistete  pro
Schicht  1430  tkm  bei  einem  Satze  von  im  günstigsten  Falle
5,5  Pf.  pro  tkm  *)!
Um  noch  zu  sehen,  woraus  sich  die  Betriebskosten  zusammensetzen, ­
  sei  der  Durchschnitt  aus  den  36  Förderungen  des  Ruhrgebietes ­
  angeführt,  der  natürlich  mit  der  für  einen  »Durchschnitt«
notwendigen  Vorsicht  aufzunehmen  ist.  Es  entfielen  auf

24.4  %
17,6  »
15.8  »

I.  Betriebskraft
II.  Instandhaltung  der  maschinellen  Ausrüstung
III.  Aufsicht
IV.  Bedienung  des  Seils
V.  Amortisation  und  Verzinsung

30,0  »

12,2  »

Was  die  Kosten  für  Erzeugung  der  Betriebskraft  (I)  anlangt,
so  schwankt  der  Satz  ausserordentlich.  Dies  kann  zum  Teil  in
formellen  Gründen  liegen,  denn  die  Berechnung  für  einen  aus
dem  Gesamtbetriebe  losgelösten  Betriebsteil  ist  sehr  schwierig.
Zum  grossen  Teile  liegt  das  Schwanken  jedoch  in  der  Art  der
verwendeten  Betriebsmittel.  Und  hier  tritt  uns  etwas  entgegen,
was  uns  im  letzten  Kapitel  noch  eingehender  beschäftigen  wird.
Die  koksproduzierenden  Zechen  haben  eine  billige  Betriebskraft ­
  in  den  sonst  unnütz  entweichenden  und  obendrein  schädlichen ­
  Abgasen  der  Koksöfen.  Aehnlich  verhält  es  sich  mit  den
Hochofengasen.  Unter  Instandhaltung  der  maschinellen  Ausrüstung ­
  (II)  sind  vor  allem  Reparaturen  zu  verstehen.  Unter

1)  Gl.A.  1900.  W.M.  Die  Betriebskosten  ...  1.  c.
            
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