Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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ist  im  Ruhrgebiete  im  Aussterben,  ebenso  der  viereckige  aus
I-Eisen  ,  da  die  Ringe  entweder  zu  schwach  oder  zu  unhandlich
sind  *).  Der  Ringausbau  findet  heute  nur  in  allerschwerster  Form
Anwendung,  z.  B.  wenn  sehr  starker  Druck  von  allen  Seiten  wirkt.
Solcher  Ausbau  kostete  z.  B.  im  Ruhrgebiete  einmal  105  M.  pro  m.
Im  Zwickauer  Steinkohlenreviere 2  3 )  kostete  —  hier  ist  starker
Druck  und  Gefahr  der  Selbstentzündung  der  Kohle  —  je  1  m
eines  Vieleckausbaues  in  Holz  45,38  M.,  eines  U-Eisenringausbaues
mit  Holzverzug  315  M.,  eines  Eisenpfeilerausbaues  mit  Beton
494,06  M.!  Die  Kosten  für  den  im  Ruhrbezirke  am  meisten  verwendeten ­
  Eisenausbau,  der  eisernen  Türstockzimmerung,  sind  natürlich ­
  nicht  so  hoch,  überragen  jedoch  den  besten  Holzausbau
noch  oft  beträchtlich.  Eine  eiserne  Kappe  kostete  1900/1901  je
nach  Länge  und  Profilstärke  6—9  M.  =  3—6  M.  mehr  als  gute
Eichenkappen.  Alte  schweisseiserne  Schienen  kosteten  70—90  M.
pro  t,  Träger  bis  zu  145  M.  Da  die  Arbeitskosten,  wie  schon
erwähnt,  beim  Ausbau  selbst  die  geringere  Rolle  spielen,  so  richtet
sich  die  Verwendung  des  Materials  oft  —  unter  normalen  natürlichen ­
  Verhältnissen  —  nach  dem  Preise  des  Materials;  je  nachdem ­
  verwendet  man  Zimmerung  in  Holz,  Eisenausbau  oder  Mauerung ­
  8 ).  Diese  letzte  haben  wir  noch  zu  betrachten.  Sie  wird
heute  nicht  mehr  als  der  gegen  den  stärksten  Druck  widerstandsfähigste ­
  Ausbau  anerkannt,  da  es  vorkam,  dass  in  den  Füllörtern
oft  Mauern  von  2  m  Stärke  in  wenigen  Monaten  zerdrückt  wurden ­
  4 ).  Aber  die  Mauerung  hat  doch  den  Vorteil  einer  längeren
Widerstandsfähigkeit  ohne  Reparaturen.  Diese  Widerstandsfähigkeit ­
  hat  man  erhöht,  indem  man  nachgiebiges  Holz  eingefügt  hat;
bei  massigem  Drucke  ist  dieser  Ausbau  äusserst  vorteilhaft,  er
erfordert  fast  keine  Reparaturen  und  ermöglicht  eine  gute  Wetterführung. ­
  Feste  Mauerung  wird  als  Ausbau  z.  B.  verwendet  in
der  Nähe  der  Schächte  und  Querschläge.  Das  Material  bilden
feste  Grubenziegel.  Im  Ruhrgebiete  rechnet  man  bei  dieser  Ziegelsteinmauerung ­
  pro  Kubikmeter  nicht  unter  15  M.  an  Kosten,  demnach ­
  kostet  das  Ausmauern  eines  Querschlages  von  5  qm  Querschnitt ­
  schon  bei  nur  i 1 / 2  Steinen  Stärke  rund  45  M.  pro  laufenden ­
  Meter.
Mauerung  ist  auch  der  Ausbau  grosser  Hohlräume:  für  die
unterirdischen  Maschinen,  die  Füllörter  und  die  Pferdeställe  unter
I)  Entw.  Bd.  II.  364.  2)  Gl.A.  1904.  S.  647.
3)  Entw.  Bd.  II.  353.  4)  1.  c.  369.
            
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