Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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Im  Ruhrgebiete  ist  bis  1900  erst  1  Schacht  damit  niedergebracht 1 ).
Bei  5  m  lichtem  Durchmesser  betrugen  die  monatlichen  Leistungen
4  m  im  lockeren  Gebirge,  6  m  im  festen.  Die  Kosten  beliefen
sich  auf  4684  M.  durchschnittlich  im  lockeren  Gebirge  und  4163  M.
pro  m  im  wasserreichen  Gebirge.  Das  Wasser  ist  ja  auch  die
Domäne  des  Gefrierverfahrens.
Dieser  Abschnitt  über  die  Schächte  wäre  unvollkommen,
wenn  ich  nicht  der  wichtigen  Frage  der  Schachtreparaturen  einige
Worte  widmen  wollte.
Im  Süden  des  Ruhrgebietes  besteht  der  Schachtausbau  aus
Holz,  nur  bei  Wasser  aus  Mauerung;  ebenso  war  es  bis  gegen
Ende  der  1860er  Jahre  mit  den  Schächten  im  mittleren  und  nördlicheren ­
  Teile  des  Beckens.  Später  trat  hier  dann  die  kreisrunde
Mauerung  und  eiserne  Cuvelage  die  Herrschaft  an.
Die  neueren  Schächte  mit  Mauerung  und  gusseiserner  Cuvelage ­
  sind  in  ausgezeichnetem  Zustande  2 ).  Die  Reparaturen,  die
von  den  Schachthauern  in  Nachtschicht  vorgenommen  werden,
belaufen  sich  nur  auf  5—7  M.  pro  lfd.  m  saigere  Schachttiefe  und
weniger.  Bei  Ausbau  mit  Holz  oder  Schmiedeeisen  dagegen
ist  der  Schacht  (namentlich  bei  nahem  Abbau)  oft  nur  mit  grössten ­
  Anstrengungen  im  Betriebe  zu  halten;  ja  oft  sind  die  Unterhaltungskosten ­
  so  gross,  dass  fast  ein  Neubau  geraten  scheint.
Von  welchem  Einflüsse  aber  die  Art  des  Ausbaues  auf  die  Höhe
der  Unterhaltungskosten  ist,  zeigen  folgende  Zahlen:  Es  betrugen
bei  Holzausbau  (Durchschnitt  aus  58  Schächten)  die  Kosten  (Löhne
und  Materialien)  pro  m  37,04  M.,  bei  Schmiedeeisen  (Durchschnitt
aus  22  Schächten)  23,17  M.,  bei  Mauerung  und  Cuvelage  (aus  81
Schächten)  11,37  M.  Es  haben  also  die  Schächte,  deren  Ausbau
»modern«  ist,  in  denen  jedoch  viel  Kapital  investiert  ist,  bei  den
Unterhaltungskosten  einen  grossen  Vorteil.  Es  ist  aber  zu  bedenken, ­
  dass,  wenn  sie  einmal  eine  grössere  Reparatur  erfordern,
diese  ausserordentlich  schwierig  ist.
Wie  steht  es  zum  Schluss  mit  der  Zahl  und  der  Art  der
Schächte?  Verschiedene  Schächte  oder  Schachtanlagen  bilden
eine  Grube,  ein  Werk  oder  eine  Zeche.  Diese  Worte  weisen  auf
etwas  örtlich  und  betriebstechnisch  Zusammenhängendes  hin 3 ).

I)  Entw.  Bd.  III.  533.  2)  Entw.  Bd.  III.  538.
3)  Hier  wird  nur  der  technische  Betrieb  betrachtet,  die  Formen  des  w  i  r  t-
            
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