Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

43

nur  die  Art  der  Einflüsse,  nicht  jedoch  die  Grösse  des  Anteils
der  einzelnen  Faktoren  eingehend  festzustellen.  Am  Schlüsse
der  Ausführungen  über  diese  Anteile  sollen  dann  mir  erreichbar
gewesene  Produktionskosten  x )  mitgeteilt  werden.
Beeinflusst  werden  die  Produktionskosten  durch  die  bereits
erwähnten  natürlichen  Bedingungen,  unter  denen  die  Kohle  vorkommt ­
  (I),  sie  selbst  zerfallen  der  Hauptsache  nach  in  die  Kosten
für  Verwendung  von  menschlichen  Arbeitskräften  (II)  und  in  Kosten ­
  für  die  Aufwendungen,  die  die  verschiedenen  Arten  der
Kapitalien  verursachen  (III).
Wir  wollen  die'  einzelnen  Anteile  zuerst  unter  der  Fiktion
besprechen,  dass  die  andern  jedesmal  gleich  bleiben.  Hiernach
wollen  wir  zu  der  Kombination  daraus  übergehen,  die  ja  die
reale  Wirklichkeit  bildet.
I.  Die  natürlichen  Verhältnisse,  also  vor  allem  die  Mächtigkeit, ­
  die  Beschaffenheit  und  die  Lagerung  der  Flötze,  bedingen
bis  zu  einem  gewissen  Grade  die  Abbautechnik  und  damit  die
Gewinnungskosten  der  Kohle.  Der  Preis  der  Kohle  wird  sich
bei  freier  Konkurrenz  danach  bestimmen,  wie  hoch  die  Produktionskosten ­
  des  fördernden  Werkes  sind,  das  zur  Deckung  einer
vorhandenen  Nachfrage  noch  herangezogen  werden  muss  und
das  unter  den  ungünstigsten  Bedingungen  produziert.  Alle  übrigen
Werke  haben  Monopolrenten,  die  sich  noch  weiter  nach  Qualität ­
  der  Kohle  und  Lage  der  Produktionsstätte  zum  Absatzmärkte ­
  verschärfen.  Auf  die  Wirkungen  dieser  Differentialrenten
werden  wir  später  noch  ausführlich  zu  sprechen  kommen.
Wenn  nun  die  Nachfrage  weiter  wächst,  und  die  jeweils  am
billigsten  zu  bauenden  Flötze  abgebaut  sind,  so  müssen  entweder ­
  schwieriger  zu  bauende  Flötze  in  Angriff  genommen  werden, ­
  d.  h.  die  Gewinnungskosten  und  damit  die  Preise  müssen
steigen,  oder  aber,  wenn  fremde  freie  Konkurrenz  vorhanden  ist,
die  nicht  duldet,  dass  die  Preise  den  Gewinnungskosten  des  betreffenden ­
  Gebietes  entsprechen,  muss  hier  der  Bergbau  erliegen,
da  auf  die  Dauer  mit  Verlust  zu  arbeiten  nicht  möglich  ist;  es  sei
denn,  dass  die  Gesamtheit  der  Volksgenossen  ihn  auf  sich  verteile.
Die  jeweiligen  technischen  und  wirtschaftlichen  Betriebsbei)
  Wie  die  Kartellenquete  (vgl.  kontradiktorische  Verhandlungen  über  deutsche
Kartelle.  Berlin  1903.  Bd.  I.  323)  zeigt,  hat  man  die  Produktionskosten,  in  deren
Kenntnis  das  wichtigste  Moment  zur  Beurteilung  der  Preispolitik  der  Werke  bezw.
Kartelle  liegt,  mit  dem  dichten  Schleier  des  »Geschäftsgeheimnisses«  bedeckt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.