Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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in  den  letzten  Jahren  einige  allgemeine  Durschnittszahlen  anzuführen. ­

In  Oberschlesien  gelten  Plötze  unter  r,5  m  als  unbauwürdig 1 ).
Für  1893  berichtet  Nasse  2 )  folgendes:  »In  Oberschlesien  ist  ähnlich ­
  wie  in  Nordamerika  der  Kohlenreichtum  gegenwärtig  noch
so  gross,  dass  trotz  der  dortigen  niedrigen  Arbeitslöhne  Flötze
unter  1  m  nirgends,  auf  manchen  Gruben  nicht  einmal  Flötze
unter  1,50  m  gebaut  werden«.  Mitte  der  1890er  Jahre  war  von
den  ganzen  hangenden  Flötzen  kein  einziges  mit  Nutzen  zu  bauen  3 ).
Aber  auch  allzumächtige  Flötze  sind  teuer  zu  gewinnen.  So
steigen  bei  über  4  m  Mächtigkeit  die  Gewinnungskosten  und  die
Abbauverluste 4 ).  Diese  betragen  oft  25—35%  5  * ).
Im  Ruhrbezirke  wurden  um  die  Mitte  der  1890er  Jahre  etwa
70  Flötze  von  durchschnittlich!  m  Mächtigkeit  als  bauwürdig ­
  angesehen  °).  Es  sind  jedoch  Mächtigkeiten  von  50  cm
noch  bauwürdig,  wenn  sie  auch  »nicht  mehr  gern«  gebaut  werden ­
  7 ).  Nasse 9 )  sah  60  cm  als  unbauwürdig  an,  auch  im  Saargebiete. ­

In  Frankreich  und  Belgien 9 )  sind  Flötze  von  40  cm  noch
bauwürdig;  in  den  1880er  Jahren  hielt  Demanet  Flötze  unter
40  cm  nur  bei  besonderer  Qualität  für  bauwürdig  10  11 ).
Die  Bauwürdigkeit  in  England  ist  minimal  im  Durchschnitt
50  cm 11 ).  In  Durham  und  Northumberland  galten  um  1893  Flötze
unter  70  cm  als  unbauwürdig  8 ).  Heute  besitzen  die  bisher  in  grossen ­
  Tiefen  gebautenFlötze  fast  durchweg  Mächtigkeiten  über9i,4cm.
Nur  als  Ausnahmen  werden  Flötze  von  56,6  und  90  cm  gebaut 12 ).
Es  ist  jedoch  zu  bemerken,  dass  gerade  die  stärksten  Flötze
besonders  zum  schädlichen  Raubbau  reizen.  So  sagt  Gutmann:
»Es  ist  eine  traurige  Erscheinung  und  steht  mit  unserem  gegenwärtigen ­
  bergtechnischen  Wissen  und  angesammelten  Erfahrungen
durchaus  nicht  im  Einklänge,  dass  man  allgemein  nur  in  jenen
1)  Müller-Hussmann,  Gl.A.  1903.  917.  2)  Nasse,  Kohlenvorräte  7.
3)  Vgl.  Festgabe  für  den  V.  allgemeinen  deutschen  Bergmannstag.  Breslau  1892.
4)  Wachsmann,  Das  neue  Schlammversatzverfahren  beim  oberschlesischen  Steinkohlenbergbau ­
  Gl.A.  1903.  81.
5)  1.  c.;  auch  Wiskott,  Die  neueren  Aufschlüsse  in  Oberschlesien  Gl.A.  1903.  98.
6)  Leo  Cremer,  Gl.A.  1893.  900.
7)  Gutmann,  im  Berg-  und  Hüttenmännischen  Jahrbuche  1899.  207.
8)  Nasse,  Kohlenvorräte  7.  9)  1.  c.  Anm.  5.  u.  6.
10)  Demanet,  Der  Steinkohlenbergbaubetrieb  11.
11)  Gutmann,  1.  c.  208.  12)  Gl.A.  1903.  1235  f.
            
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