Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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Gruben  reinen  Abbau  treibt,  in  welchen  die  Natur  mit  den  Mächtigkeiten ­
  der  F'lötze  sparsam  war,  und  dass  man  den  unvollständigen
Abbau  überall  und  in  allen  Ländern  antrifft,  wo  die  Natur  freigebig ­
  war« 1 ).  Er  kann  darauf  hinweisen,  dass  z.  B.  eine  englische
Grube  im  Zentralbecken  bei  7  m  reiner  Kohlenmächtigkeit  65  %
Abbauverlust  habe.
Die  jeweiligen  technischen  und  wirtschaftlichen  Betriebsbedingungen ­
  bestimmen
2.  die  Teufengrenzen.
Ich  verweise  hierbei  auf  das  im  2.  Kapitel  über  die  Schächte
Gesagte.  Wie  sich  die  Teufengrenze  in  einigen  Hauptkohlenbezirken ­
  stellt,  zeigen  folgende  Zahlen  1  2 )  :
Südwales  677  m,  Westfalen  800  m,  Lancashire  1061  m,  Manchester ­
  778  m,  Schottland  823  m,  Belgien  1150  m.  Man  sieht,
aus  wie  grossen  Tiefen  ein  altes  Bergbauland  wie  Belgien  fördert,
und  wie  günstig  die  Werke  in  den  Vereinigten  Staaten  daran
sind,  die  sich  heute  in  dieser  Beziehung  in  derselben  Lage  befinden, ­
  wie  England  vor  50  bis  60  Jahren 3 ).
Die  Schwierigkeiten,  die  grosse  Teufen  schon  an  sich  bilden, ­
  liegen  einmal  darin,  die  Steinkohle  überhaupt  zu  erreichen,
was,  wie  wir  sahen,  schon  unter  normalen  Verhältnissen  grosse
Kapitalaufwendung  erfordert.  Dann  sind  wiederum  der  zunehmende ­
  Gebirgsdruck,  die  schwierigere  Wasserhaltung  und  der
Wetterwechsel  mit  seinen  Kosten  in  Betracht  zu  ziehen.  Diese
Einflüsse  verschärfen  sich  bedeutend,  wenn  Wirkungen,  die  in
geringerer  Bauwürdigkeit  (1)  der  Flötze  begründet  sind,  hinzutreten. ­
  Vor  allem  aber  liegt  die  Hauptschwierigkeit  in  der  Förderung ­
  aus  sehr  grossen  Teufen.  Um  diese  zu  ermöglichen,  ist  es
unerlässlich,  im  Falle  intensiven  Betriebes  wie  beim  Steinkohlenbergbau ­
  von  1200  m,  in  allen  übrigen  Fällen  aber  sicher  von
1500  m  an  zwei  Fördermaschinen  zu  verwenden,  von  denen
die  eine  zu  der  andern  hebt,  sei  es,  dass  nun  beide  über  Tage
stehen  oder  dass  die  eine  unter  Tage  aufgestellt  ist 4 ).
Eine  andere  Methode  ist  die  pneumatische  Forderung.  Hierbei ­
  fällt  jedes  Seil  fort.  In  dem  Schachte  wird  ein  Gestell,  auf
dem  sich  die  Förderwagen  befinden,  durch  Luftdruck  emporge1) ­
  Gutmann,  im  Berg-  u.  Hüttenm.  Jahrb.  1899.  207.
2)  Gl.A.  1903.  1235  f.
3)  Berg-  und  Hüttenmännische  Ztg.  1899.  233:  Zur  Steinkohlenfrage.
4)  Hraback-Tietze,  I.  c.  Gl.A.  1901.  277.
            
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