Full text: Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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liehen Abschreibung sowie mit I % Rücklage rechnet (pro Jahr), 
so ist dieser Satz nicht erreicht. Es wäre jedoch sehr wünschens 
wert, Zeiten von 18 bezw. i3°/ 0 durchschnittlicher Divi 
dende zu starken Abschreibungen bezw. Rücklagen zu verwenden, 
da gerade beim Steinkohlenbergbau das »Unvorhergesehene« 
eine grosse Rolle spielt und im Falle verhängnisvolle Wirkungen 
in wirtschaftlicher Hinsicht zeitigen kann. Dann wird mit bered 
ten Worten über die mageren Jahre geklagt, der fetten jedoch 
nicht gedacht. 
Für die Jahre 1878, 1885 un d 1894 (Baissejahre) besitzen wir 
etwas eingehendere und vergleichbare Zahlen, die vielleicht man 
che Tendenzen erkennen lassen. Die Zahlen sind 1 ): 
Selbstkosten inkl. Abschrei- 
Erzielter Durchschnitts 
Jahr 
Förderung 
bungen 
erlös 
t 
Sa. M. 
pro t M. 
Sa. M. pro t M. 
1878 
11 448 709 
56 609 403 
4,944 
60 617414 5> 1 2 94 
1885 
19 108 700 
91997136 
4,814 
102262670 5,351 
1894 
32 422 354 
206 939 641 
6,382 
234165572 7,222 
Mithin Ilehprsrhnss Aufgewendetes Anlage- Mithin verzinste 
Jahr 
kapital 
sich das Anlage 
pro t M. 
pro t M. 
kapital mit 0/ 0 
1878 
0,35° 
21,84 
1,602 
1885 
o,537 
18,98 
2,829 
1894 
0,840 
20,09 
4,i8i 
Sie zeigen wie die Selbstkosten pro t gestiegen sind, wie 
aber auch die durchschnittliche Verzinsung des Anlagekapitals 
sich gehoben hat; dies ist besonders auffällig 1894, wo bereits die 
Kartellierung vorhanden war. Andererseits ist eine Verzinsung 
von 1,6% im Jahre 1878 und von 2,8 % im Jahre 1885 für in 
vestierte Bergwerkskapitalien so enorm niedrig, dass es wohl 
lockte, unter den Kartellhut zu schlüpfen 2 ). 
Wenn wir den eben mitgeteilten Zahlen die folgenden 3 ) ent 
gegensetzen : 
Gezahlte Löhne 
Jahr 
Selbstkosten 
wie vorhin 
Summe 
pro t 
Anteil an 
Selbstkosten 
pro Kopf und 
Schicht der 
Belegschaft 
pro t M. 
M. 
M. 
% 
M. 
1878 
4,944 
31 490 810 
2,75° 
55,628 
2 >°3—3,7i 
1885 
4,814 
54 397 278 
2,846 
59,129 
2,25—3,18 
1894 
6,382 
118 851 956 
3,665 
57,433 
2,80-3,91 
1) Effertz, Die niederrheinisch-westfälische Kohlenindustrie in ihren Existenzbe 
dingungen — früher und jetzt. Essen 1895. cit. nach Entw. Bd. X. 3. 366. 
2) Vogelstein, Industrie der Rheinprovinz schreibt Seite 60: »Tatsächlich arbeiteten 
aber die gesamten Zechen auch während der Zeit der stärksten Depression mit an 
sehnlichem Gewinne.« Auf Grund des mitgeteilten obigen Materials lässt sich dieser. 
Satz, zumal in solcher Allgemeinheit, nicht aufrecht erhalten. 
3) Gl.A. 1895. 5*6.
	        
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