Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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Verhältnisses  zwischen  Produktion  und  Absatzmöglichkeit  zur  Vereinigung, ­
  die  die  Absatzmöglichkeit  in  Gestalt  des  Exportes  erweitern ­
  sollte«  J ).  Diese  Vereinigung  war  der  1858  gegründete
»Verein  für  die  bergbaulichen  Interessen  im  Oberbergamtsbezirke
Dortmund«,  kurzweg  Bergbauverein  genannt.
Pis  kann  nicht  unsere  Aufgabe  sein,  all  die  verschiedenen
folgenden  Koalitionen  in  ihrem  geschichtlichen  Tatsachenmaterial
vorzuführen.  Den  Leser,  der  sich  eingehend  über  dies  tatsächliche ­
  Material  orientieren  will,  verweise  ich  vor  allem
auf  den  10.—12.  Band  des  von  seiten  der  Beteiligten  veröffentlichten ­
  grossen  Werkes  über  die  Entwickelung  des  niederrheinischwestfälischen ­
  Steinkohlenbergbaues  in  der  zweiten  Hälfte  des  19.
Jahrhunderts  (Berlin,  Julius  Springer).  Im  folgenden  wollen  wir
die  Entwicklung  zum  heutigen  Rheinisch-Westfälischen  Kohlensyndikat ­
  nur  in  grossen  Zügen  schildern  und  dafür  die  theoretischen ­
  Gesichtspunkte  um  so  mehr  hervorheben.
Die  Entwicklung  der  Koalitionen  lässt  sich  am  besten  unter
dem  Gesichtspunkte  der  jeweils  vorwiegenden  Zwecksetzung,  aus
der  sie  entstanden  sind,  darlegen  ä ).
1.  Die  Bestrebungen  zur  Vergrösserung  des  Absatzgebietes.
Im  Jahre  1877  wurde  von  23  Gas-  und  Flammkohlenzechen
im  Bochumer  und  Gelsenkirchener  Revier  der  westfälische  Kohlenausfuhrverein ­
  gegründet,  der  hauptsächlich  gegen  die  englische
Kohle  gerichtet  war.  Hierbei  half  der  Bergbauverein,  der  ja
ebenfalls  einer  Baisse  seine  Existenz  verdankte,  mit,  indem  er
besonders  Tarifermässigungen  erstrebte.  Doch  alles  beseitigte
die  Ende  der  70  er  Jahre  bestehende  Ueberproduktion  nicht.
Darum  ging  man  dem  Uebel  näher  zu  Leibe,  man  organisierte
2.  die  Förderung.
Schon  1877  hatte  der  auf  dem  Gebiete  seiner  Interessen  stets
besonders  tätige  Bergbauverein  eine  Vereinigung  von  141  Zechen
mit  95,1  %  der  Gesamtförderung  des  O.B.B.  Dortmund  zustande
gebracht,  die  1880  als  Förderkonvention  zusammentrat  und  eine
direkte  Einschränkung  der  Förderung  erstrebte.  Aber  die  Vereinigung ­
  war  sehr  locker;  es  gab  viele  Ausnahmen  und  besonders ­
  waren  nur  niedrige  Strafen  festgesetzt,  die  eigentlich  nur
für  die  schwachen  Werke  ein  Hemmnis  bildeten,  während  die
1)  Entw.  Bd.  X.  Teil  2.  41.
2)  Vgl.  für  das  folgende  Sarter,  Syndikatsbestrebungen  im  niederrheinisch-westfälischen
  Steinkohlenbezirke.  Jahrb.  f.  Nat.  u.  Stat.  1894.  III.  Folge  7.  Bd.
            
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