Verlag von Julius Springer in Wien I
Die Gesetzmäßigkeit in der Wirtschaft
Von
Dr. Josef Dobretsberger, Wien
156 Seiten. 1927. 6,50 Reichsmark
Inhaltsverzeichnis:
Die Mehrdeutigkeit des Begriffes der ökonomischen Gesetzmäßigkeit. — Der Begriff des Gesetzes
und der Tatbestand der Wirtschaft. — Dogmengeschichte des Begriffes der ökonomischen
Gesetzmäßigkeit: Die Anfänge des Gesetzbegriffes, Smith und Ricardo, Die Gesetzmäßigkeit als
Ausdruck der Kausalrelationen zwischen den äußerlich wahrnehmbaren Faktoren der Wirtschaft,
Mill, die Zweiteilung der Auffassung der Wirtschaftsgesetze. Die Möglichkeit exakter empirischer
Gesetze in der Wirtschaft, die mathematische Schule. Die skeptische Richtung des Empirismus,
die ältere historische Schule. Die Ablehnung des Gesetzmäßigkeitsbegriffes in der Wirtschafts-
theorie, die jüngere historische Schule. Die psychologische Richtung, der vermittelnde Standpunkt
Wiesers und Böhm-Bawerks. Die erkenntniskritische Richtung, die logisch formale Auffassung
der Wirtschaftsgesetze (Menger). Die Abkehr vom Gesetzmäßigkeitsproblem (Max Weber). —
Die Gesetzmäßigkeit in der Wirtschaft: Zum statistischen Nachweis von Regelmäßigkeiten im
Ablauf der Wirtschaft. Das Problem des Historisch-Relativen in der Gesetzmäßigkeit der wirt-
schaftlichen Erscheinungen und der Gegensatz der sozialen Klasseninteressen. Analyse des
empirisch gegebenen Tatbestandes der Wirtschaft, Wirtschaft konkrei als normgemäßes Handeln,
abstrakt als Normensystem. Die Gesetzmäßigkeit in den wirtschaftlichen Erscheinungen als
Regelmäßigkeit der Normbefolgung: Die Wert- und Preisgesetze, das Zurechnungsgesetz, Gesetze
des Geldwertes, Gesetz des abnehmenden Kapitalertrages, Krisentheorie, Gesetz der Konzentration
des Kapitals, Entwicklungsgesetze. Die Bedeutung der Ergebnisse für die wirtschaftswissen-
schaftliche Forschung. -— Wirtschaft und Recht, Wirtschaft und Gesellschaft. — Literaturnach-
weaig —— Antarenverzeichnies.
Friedrich Wieser als Soziologe
Von
Adolf Menzel
Professor an der Universität Wien
52 Seiten. 1927. 3 Reichsmark
Inhaltsübersicht:
Einleitung. — Zur Methodenlehre der Soziologie. — Volksseele und objektiver Geist. — Theorie
der Macht. — Die sozialen Gebilde. — Massenpsychologie. — Das Führertum, — Soziale Gesetze.
— Probleme der Historik. — Zur Soziologie des Staates, — Zur Theorie der Revolutionen, —
Schlußhemerkungen.
Von
Friedrich Wieser
578 Seiten. 1926. Preis: In Ganzleinen gebunden 27 Reichsmark
In Halbleder gebunden 33 Reichsmark
Das Buch ist der Abschluß und die Krönung einer langen, den Staats- und Sozlalwissen-
schaften gewidmeten Lebensarbeit. In einem längeren, biographisch interessanten Vorwort
schildert der Verfasser deren verschiedene Interessensphären: die historische, die politische, die
volkswirtschaftliche, die sich mehr und mehr von der reinen Theorie zu einer soziologischen
Klärung umwandte und damit wieder den Anschluß an Geschichte und Politik fand, bis zuletzt
das ungeheure Erlebnis des Weltkrieges vollends den schon in den früheren Stadien auf-
leuchtenden Gedanken der Macht als das große weltbewegende Prinzip in Geschichte und
Gesellschaft offenbarte. Davon will dieses Buch zeugen, nicht im Sinne von Nietzsches ‚Willen
zur Macht‘, auch nicht im Streit mit dieser Theorie, sondern abseits, auf eigenen Pfaden, in
eigener Sprache, von der hohen Warte einer weltgeschichtlichen Betrachtungsweise, im vollen
Gefühl der ungeheuren Katastrophe, aber doch in der Stimmung einer unbedingten Lebens-
bejahung, voll Ehrfurcht vor dem kriegerischen und vaterländischen Heroismus der Kämpfer
des großen Krieges, aber doch den Idealen des Friedens zugewandt, nicht eines milden, kraft-
und würdelosen Pazifismus, dessen Vertreter die hohe Sache des Friedens eher verderben,
sondern einer tatkräftigen, kühnen und herioschen Friedenspolitik, die den Weg von der Macht
zum Recht und zur Sittlichkeit sucht. Es ist also — könnte man sagen — ein Grundriß der
Soziologie unter dem beherrschenden Gesichtspunkt der Macht, was wir hier vor uns haben.
Dabei ist nun aber von vornherein zu beachten, daß der Begriff der Macht nicht in dem gewöhn-
lichen Sinne der äußeren Macht zu verstehen ist, sondern daß er die innere Macht in allen ihren
Gestalten mit einschließt, daß diese sogar als die eigentliche Grundlage der äußeren Macht
erscheint . ... Schmollers Jahrbuch, Heft 5, 1926.