Full text: Die Steigerung der Produktivität der deutschen Landwirtschaft im neunzehnten Jahrhundert

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Die starke Abnahme der Ackerweide und Brache geschah besonders 
zugunsten der Hackfrüchte und Futterpflanzen. Besonders bei ersteren 
ist die Anbaufläche sehr stark gewachsen, mit den Gemüsen zusammen 
11m 28,7 %. Der Rückgang des Handelsgewächsbaues ist darauf zurück 
zuführen, dass die ausländische Konkurrenz infolge der Entwickelung der 
Verkehrsverhältnisse auch hier sehr erstarkt ist und den inländischen 
Anbau unrentabel gemacht hat. Für die Landwirtschaft im ganzen ist 
aber dieser Posten von geringerer Bedeutung, weil die mit Handelsgewächsen 
bestellte Fläche an sich nicht sehr gross ist. 
Gehen wir noch spezieller auf den Getreide- und Kartoffelbau ein, so 
sind die Ernteflächen der für Menschen und Vieh wichtigsten Nährfrüchte 
folgende gewesen: 
Koggen 
Weizen 
Winterspelz 
(und- Emmer) 
Gerste 
Hafer 
Kartoffeln 
1878 
5 934 927 
1 813 754 
403 336 
1 620 483 
3 743.070 
2 753 216 
1883 
5 827 078 
1 912 446 
371 996 
1 704 693 
3 773 202 
2 911 109 
1888 
5 814 253 
1 933 337 
363 565 
1 684 665 
3 832 488 
2 920 330 
1893 
6 012 315 
2 044 103 
347 044 
1 594 407 
3 906 969 
3 036 867 
1898 
5 945 191 
1 969 311 
327 485 
1635 325 - 
3 996 521 
3 080 588 
1902 
6 154 545 
1 912 215 
311657 
1 664 025 
4 156 290 
3 240 577 
Eine ausgeprägte Tendenz zum Wachsen zeigt sich hier nur beim 
Hafer und bei den Kartoffeln, während Weizen, Roggen und Gerste im 
allgemeinen nur Schwankungen aufweisen. Die niedrigen Getreidepreise 
bieten eben keinen Anreiz, die Anbauflächen für Getreide auszudehnen. 
Was die Ertragssteigerung pro Flächeneinheit betrifft, so ist der Er 
hebungsmodus durch die „Bestimmungen über die Sammlung von Saaten 
stands- und Erntenachrichten“ (abgedr. in den Viertelj. zur Stat. d. D. R. 
1899, IV, Erg.-Heft) wesentlich abgeändert worden, so dass nur die Zahlen 
seit 1899 auf eine gleichartige Weise gewonnen und unmittelbar miteinander 
vergleichbar sind. Will man Vergleiche mit den älteren Ergebnissen an 
stellen, so darf man nur die Zahlen der früheren „Vorläufigen Übersichten 
über die Ernteergebnisse“ wählen; diese sind auf ziemlich dieselbe Weise 
gewonnen wie die neuesten Daten und können daher mit diesen immerhin 
in Vergleich gestellt werden. Man erhält dann folgendes Bild: 
Durehsehnittsertrag pro ha in D.-Ztr. (ä 100 kg): 
Weizen 
Koggen 
Gerste 
Hafer 
Kartoffeln 
1878 . . 
• ■ ■ 14,55 
12,45 
15,05 
14,55 
88,9 
1893 . . 
• • ■ 16,7 
14,9 
14,8 
10,7 
134,1 
1893/99 . 
■ • ■ 17,5 
14,2 
16,7 
15,2 
118,2 
1899/1901 
. • . 18,0 
14,4 
18,0 
16,8 
132,1 
1902 . . 
. . . 20,4 
15,4 
18,9 
18,0 
134,1 
Nach 
der alten Erhebungsmethode 
lauteten die 
Zahlen: 
1879/88 . 
. . . 13,1 
9,8 
13,0 
11,4 
81,0 
1887/96 . 
. . . 14,3 
10,8 
13,4 
11,9 
89,6 
3
	        
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