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denen Entwicklungsstufen liegt eine Untersuchung über die Ein-
und Verteilung der Produktivkräfte zugrunde.
Schon Q u e s n a y versuchte in seinem „Tableau économique“
eine Analyse des Verteilungsprozesses der Produktivkräfte zu
geben. Aber seine Analyse war zu abstrakt, weil er die Entwick
lung der Wirtschaftsformen nicht untersuchte und zu seiner Zeit
auch nicht untersuchen konnte, mit denen der Verteilungsprozeß
der Produktivkräfte eng verbunden ist. Abgesehen davon gab es
zu dieser Zeit noch nicht genug Tatsachen, die die Schlußfolgerun
gen aus der abstrakten Analyse hätten rechtfertigen können. Die
späteren Volkswirte haben auf diese Seite des Volkslebens immer
weniger geachtet.
Andererseits wurde schon sehr früh auf die Notwendigkeit
hingewiesen, in einer Geschichte der Volkswirtschaft die Entwick
lung der Produktivkräfte zu untersuchen. Schon Friedrich
List bemerkte, daß die Stellung der Nationen hauptsächlich von
der Menge ihrer Produktivkräfte abhängt. Aber auch List, der
die hervorragende Bedeutung der Produktivkräfte erkannt hat,
gab keine Anlayse von deren Entwicklung und Verteilung in der
Gesellschaft. Und die Aufgabe, die von List, hauptsächlich aber von
Marx und Engels gestellt wurde, ist, wie wir schon betont haben,
noch nicht gelöst.
B. Die Entwicklung der Produktivkräfte und
das Prinzip der Kraftersparnis.
1.
Gewöhnlich wird die Entwicklung der Produktivkräfte mit
der Entwicklung der Arbeitsproduktivität oder gar mit dem tech
nischen Fortschritt verwechselt. Indes sind das ganz verschie
dene Begriffe.
Unter technischem Fortschritt versteht man die
Erhöhung der Produktivität der Arbeit als Folge verbesserter
Produktionsmittel. So führt beispielsweise die Verbesserung einer
Maschine oder eine bessere Verarbeitung der Rohstoffe zur Er
höhung der Arbeitsproduktivität. Die Arbeitsproduktivität ist