Full text : Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Verbandes deutscher Chokolade-Fabrikanten

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arbeitet  werden,  denn  schon  die  kleinsten  Mehlpartikel  erscheinen  in  vereinzelten ­
  Bildern  unter  dem  Mikroskop?)
Für  Erkennung  der  Kakaoschaale  bei  Vermahlung  der  nicht  enthülsten
Bohne  oder  bei  Zusatz  fremder  Schaalen  war  man  bis  vor  2  Jahren  ebenfalls ­
  nur  auf  das  Mikroskop  angewiesen.  Neuerdings  hat  Filsinger  hierfür ­
  die  sogenannte  Schlämmmethode  vorgeschlagen,  welche  nach  Welmans
zuverlässige  Resultate  ergiebt.*)  **)
Sichtbare  Erfolge  haben  die  in  Vorstehendem  erwähnten  und  noch
in  unausgesetztem  Fortschritt  begriffenen  Untersuchungsmethoden  für  den
Verband  gehabt,  da  derselbe  in  die  Lage  versetzt  wurde,  eine  stattliche  Reihe
von  Fälschungsprozessen  mit  Erfolg  durchzuführen  oder  durch  Verwarnungen
die  Abstellung  von  Ungebührnissen  zu  veranlassen.  Noch  größer  aber
dürfte  der  nicht  sichtbare  Erfolg  sein,  denn  das  Bewußtsein,  daß  ein  wachsames ­
  Auge  vorhanden  ist,  das  in  das  Verborgene  blickt,  wird  vielfach  die
Furcht  erregt  haben,  sich  auf  einer  Fälschung  ertappen  zu  lassen.
Wenn  sich  nun  auch  der  Verband  sagen  kann,  daß  er  nach  Kräften
den  Fälschungen  entgegen  gearbeitet,  so  soll  damit  nicht  behauptet  werden,
daß  die  Fälschungen  ganz  aus  der  Welt  geschafft  seien.
Seit  langen  Jahren  läßt  es  der  Verband  nicht  an  Verwarnungen
gegen  Angebot  von  Fremdfett  fehlen.  Daß  aber  die  Anfertigung  und  der
Handel  mit  demselben  noch  ein  lohnender  sein  muß,  ist  daraus  zu  erkennen,
daß  diese  Angebote  bis  in  die  neueste  Zeit  gehen.  Es  tauchen  für  diesen
sogenannten  Kakaobutter-Ersatz  die  verlockendsten  Phantasienamen,  öfters
unter  der  Behauptung,  daß  keine  Unterscheidung  wegen  des  naheliegenden
Schmelzpunktes  möglich  sei  und  mit  Unterstützung  von  angeblichen  Fachblättern, ­
  auf.
Auf  dem  Wege  der  Selbsthilfe  glaubte  der  Verband  nicht  unthätig
gewesen  zu  sein  und  wird  fortkämpfen,  immer  in  der  Hoffnung,  daß  ihm
endlich  auch  einmal  Staatshilfe  zu  Theil  werden  soll.
Seit  über  10  Jahren  ist  l)r.  Filsinger-Dresden  als  Verbands-Chemiker
  thätig  gewesen  und  hat  sich  durch  seine  Thätigkeit  und  durch
seine  fortgesetzten  Studien,  um  das  Untersuchungssystem  immer  weiter  auszubilden, ­
  dessen  höchste  Anerkennung  erworben.  Dankend  zu  erwähnen  ist,
daß  er  bei  seinen  Bestrebungen  die  Unterstützung  des  Chemikers  der  Firma
Stollwerck,  P.  Welmans,  namentlich  durch  vergleichende  Untersuchungen
gefunden  hat.
Eine  ganz  besondere  Unterstützung  hat  der  Verband  durch  das  Gutachten ­
  des  Königl.  Sächs.  Landes-Medizinal-Kollegiums  über  die  gesetzliche
Regelung  des  Verkehrs  mit  Kakaowaaren***)  gefunden,  wie  seinen  Bestrebungen ­
  auch  die  Anerkennung  des  unter  Leitung  von  Professor  I>r.

*)  M.  I.  VIII.  Nr.  4.  S.  51.
**)  Zipperer,  2.  Auflage,  S.  256.
***)  Jahresbericht  des  Kollegiums  1894,  Seite  30.
            
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