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arbeitet werden, denn schon die kleinsten Mehlpartikel erscheinen in vereinzelten
Bildern unter dem Mikroskop?)
Für Erkennung der Kakaoschaale bei Vermahlung der nicht enthülsten
Bohne oder bei Zusatz fremder Schaalen war man bis vor 2 Jahren ebenfalls
nur auf das Mikroskop angewiesen. Neuerdings hat Filsinger hierfür
die sogenannte Schlämmmethode vorgeschlagen, welche nach Welmans
zuverlässige Resultate ergiebt.*) **)
Sichtbare Erfolge haben die in Vorstehendem erwähnten und noch
in unausgesetztem Fortschritt begriffenen Untersuchungsmethoden für den
Verband gehabt, da derselbe in die Lage versetzt wurde, eine stattliche Reihe
von Fälschungsprozessen mit Erfolg durchzuführen oder durch Verwarnungen
die Abstellung von Ungebührnissen zu veranlassen. Noch größer aber
dürfte der nicht sichtbare Erfolg sein, denn das Bewußtsein, daß ein wachsames
Auge vorhanden ist, das in das Verborgene blickt, wird vielfach die
Furcht erregt haben, sich auf einer Fälschung ertappen zu lassen.
Wenn sich nun auch der Verband sagen kann, daß er nach Kräften
den Fälschungen entgegen gearbeitet, so soll damit nicht behauptet werden,
daß die Fälschungen ganz aus der Welt geschafft seien.
Seit langen Jahren läßt es der Verband nicht an Verwarnungen
gegen Angebot von Fremdfett fehlen. Daß aber die Anfertigung und der
Handel mit demselben noch ein lohnender sein muß, ist daraus zu erkennen,
daß diese Angebote bis in die neueste Zeit gehen. Es tauchen für diesen
sogenannten Kakaobutter-Ersatz die verlockendsten Phantasienamen, öfters
unter der Behauptung, daß keine Unterscheidung wegen des naheliegenden
Schmelzpunktes möglich sei und mit Unterstützung von angeblichen Fachblättern,
auf.
Auf dem Wege der Selbsthilfe glaubte der Verband nicht unthätig
gewesen zu sein und wird fortkämpfen, immer in der Hoffnung, daß ihm
endlich auch einmal Staatshilfe zu Theil werden soll.
Seit über 10 Jahren ist l)r. Filsinger-Dresden als Verbands-Chemiker
thätig gewesen und hat sich durch seine Thätigkeit und durch
seine fortgesetzten Studien, um das Untersuchungssystem immer weiter auszubilden,
dessen höchste Anerkennung erworben. Dankend zu erwähnen ist,
daß er bei seinen Bestrebungen die Unterstützung des Chemikers der Firma
Stollwerck, P. Welmans, namentlich durch vergleichende Untersuchungen
gefunden hat.
Eine ganz besondere Unterstützung hat der Verband durch das Gutachten
des Königl. Sächs. Landes-Medizinal-Kollegiums über die gesetzliche
Regelung des Verkehrs mit Kakaowaaren***) gefunden, wie seinen Bestrebungen
auch die Anerkennung des unter Leitung von Professor I>r.
*) M. I. VIII. Nr. 4. S. 51.
**) Zipperer, 2. Auflage, S. 256.
***) Jahresbericht des Kollegiums 1894, Seite 30.