Full text: Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Verbandes deutscher Chokolade-Fabrikanten

*) M. I. XII Nr. 5 S. 37. 
**) M. I. XXI Nr. 7 S. 105. 
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und dadurch die Ausfuhr thatsächlich unmöglich gemacht wurde, sei nur 
beiläufig erwähnt. 
Haben sich nun auch die weit gehenden Erwartungen au die Ent 
wickelung des Ausfuhrgeschäftes nicht in vollem Umfange erfüllt, so geben 
doch die nachstehenden vergleichenden Zahlen vor der Ausfuhrvergünstigung 
und nach deren achtjährigem Bestehen ein Bild, das die Hoffnung auf 
weitere Entwickelung nicht ausschließt. 
1890*) 1900**) 
Ausfuhr von Chokolade dz 916, 10 763, 
„ „ Kakaopulver und -Masse „ 159, 3 613, 
„ „ Kakaobutter . . . „ — 6 465, 
„ „ Kakaoschaalen . . . . „ — 7 469. 
Unsere Rückvergütungsbestrebungen haben sich nach und nach erfüllt; 
doch dürften solche noch in einem Punkte, welcher bis jetzt nicht erörtert 
worden ist, recht nachdrücklich zu verfolgen sein. Es betrifft dies das 
Nebenprodukt Kakaoschaale. Diese kostet uns beim Eingang anhaftend an 
die rohe Bohne 35 M. Eingangszoll. Dieselbe ist jetzt, nebst den so 
genannten Abfällen, welche meist Schaalen, aber auch kleine, bei dem 
Schälungsprozeß nicht genügend auszuscheidende Kakaotheile enthalten, wenn 
auch zu sehr mäßigem Preise, im Auslande abzusetzen. Es würde außer 
ordentlich zur Hebung der Chokoladenindustrie beitragen, wenn für Kakao 
schaalen und Abfälle bei jetzigem Rohkakaozoll von 35 M. eine Rück 
vergütung von 10 M., und bei Herabsetzung dieses Zolles auf 20 M., 
eine solche von 6 M. gewährt würde. 
Eine ganz eigenthümliche Entwickelung hat der Kakaobutter-Zoll ge 
nommen. Kakaobutter erscheint überhaupt zum ersten Male in dem Tarif 
vom 18. Mai 1895 und zwar mit einem Zoll von 45 M. Früher, und 
zwar bis zum 15. Juli 1879, zahlte dieselbe, wie alle Artikel, die im 
Tarif nicht besonders verzeichnet waren, die allgemeine Eingangsabgabe von 
3 M, dagegen von 1879 an Position 261 (anderes Oel in Fässern, 
desgl. in Flaschen und Krügen von mindestens 50 % Bruttogewicht) 4 M. 
und vom 24. Mai 1885 an 9 M., obwohl der Artikel offenbar an dieser 
Stelle nicht einzureihen war. Wenn Kakaobutter in den sechziger und 
Anfang der siebenziger Jahre ein Nebenfabrikat von geringer Bedeutung 
war, das seine Hauptverwendung zu kosmetischen Artikeln fand, so gewann 
es nach Einführung des löslichen Kakaopulvers und nach Steigerung des 
Chokoladenkonsums immer mehr an Bedeutung. 
Diejenigen Fabrikanten, welche für Kakaopnlver einen größeren Ab 
satz erreichten, mußten für das Gegenfabrikat Kakaobutter auf Erzielung 
möglichst hoher Preise bedacht sein, während andere wieder, die solche für
	        
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