Full text : Organisierte Arbeit

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selbst  schon  wenige  entschlossene  Vertreter  einer  Arbeiterpolitik
nützen  und  als  Sauerteig  wirken  können;  meiner  Meinung  nach  sollten ­
  die  Lohnarbeiter  daher  eine  ihrer  Stärke  entsprechende  Vertretung ­
  in  Gemeinde,  Staat  und  Bund  erstreben  und  die
Ernennung  organisierter  Arbeiter  zu  Posten  wie  Sekretär  des
Arbeitsamtes,  des  Einwanderungsamtes,  Direktor  des  Arbeitsstatistischen ­
  Amtes,  Gewerbeinspektoren  durchsetzen,  damit  bei
Ausführung  der  Fabrikgesetze  die  Interessen  der  Arbeiter  gewahrt ­
  würden.  Im  übrigen  aber  können  die  Gewerkschaften  von
allen  bestehenden  Parteien  heute  wichtigere  Konzessionen  erhalten, ­
  als  durch  Formierung  einer  dritten  Partei,  da  beide  Parteien
die  Stimmen  der  Arbeiter  so  nötig  haben,  dass  sie  allerlei
wünschenswerte  Gesetze  vorschlagen  und  ausführen  und  in  dem  einen
Staate  die  Republikaner,  im  anderen  die  Demokraten  darin  grösseren
Eifer  zeigen.  Die  Gewerkschaften  sollten  durch  eine  streng
neutrale  Haltung  die  Kandidatenaufstellung  beider  Parteien
beeinflussen,  womit  die  Anti-Kneipen-Vereinigung  u.  a.  gute  Erfolge ­
  erzielt  haben.  Ich  möchte  mich  in  dieser  Stellungnahme
aber  ausdrücklich  nur  auf  die  augenblickliche  Lage  beschränken;
wir  können  die  Zukunft  unserer  politischen  Entwicklung  nicht
voraussehen,  und  sollten  die  beiden  grossen  Parteien  sich  einst
der  Arbeitergesetzgebung  widersetzen,  so  wie  sie  sie  heute  begünstigen, ­
  so  wäre  die  Gründung  einer  dritten  Partei  sofort  eine
zwingende  Pflicht.
Die  grossen  Schwierigkeiten  würden  dabei  in  der  Notwendigkeit ­
  liegen,  alle  diejenigen  zu  organisieren,  die  heute  den  Gewerkschaften ­
  feindlich  oder  gleichgültig  gegenüberstehen.  Nur  in  der
äussersten  Notlage  sollte  man  auf  Sympathie  und  Unterstützung
der  bestehenden  Parteien  verzichten  und  den  Angriffen  aller  Feinde
der  Gewerkschaften  ein  einheitliches  Ziel  geben,  inzwischen  aber
durch  festorganisierte  Gruppen  die  beiden  Parteien  beeinflussen.
In  jedem  Distrikt  ist  eine  Mehrheit  nötig,  um  einen  eigenen
Vertreter  zu  erlangen,  aber  nur  eine  kleine  Minderheit,  um  von
beiden  Parteien  Kandidaten  zu  erlangen,  die  eine  energische  Gesetzgebung ­
  einleiten.
Nach  dem  Gesagten  darf  also  auch  keine  Gewerkschaft  und
keine  Ortsgruppe  sich  einer  der  beiden  Parteien  verpflichten,
wenn  etwa  die  Mehrheit  ihrer  Mitglieder  dieser  nahesteht.  Der
Versuch,  den  amerikanischen  Arbeiterbund  auf  das  sozialistische
Programm  zu  verpflichten,  sollte  selbst  von  einsichtigen  Sozialisten
            
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