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gung in die Gemüter zu pflanzen. Das giebt diesen nur Anlass
zu Reibungen in ihrem Berufsleben und hindert sie, für ihre erworbenen
Kenntnisse den gebührenden Erfolg zu ernten.
31. KAPITEL.
Die Abgrenzung der Gewerbezweige.
Die unbegreiflichste Begleiterscheinung der Gewerkschaftsbewegung
ist für den gewöhnlichen Mann der Gewerbezuständigkeitsstreit.
Man hält Tischler, Schneider und Steinmetzen für
klar feststehende Gewerbe und sieht die hundertfältigen Übergänge
nicht; und so wirft man den Gewerkschaften vor, dass sie
sich selbst über so einfache Dinge nicht einigen könnten. Die
Frage ist aber sehr wichtig; denn für einen Mann mit 12 Mk. Tagelohn
ist es durchaus nicht gleichgültig, ob er durch einen andern
mit 8 Mk. ersetzt werden kann, selbst wenn beide organisiert
sind. Und wenn der Unternehmer entscheiden kann, wer die Arbeit
tun soll, so wird er die Abmachungen mit einer Gewerkschaft
durch die Angebote einer anderen drücken oder sogar besondere
Vereinigungen zum Zweck der Lohnunterbietung ins Leben rufen.
Mit der Spaltung der Berufe durch die Massenfabrikation
mussten sich auch die Aufgaben der Gewerkschaften verschieben,
und je mehr neue Berufe entstanden, desto schwieriger wurde
ihre Abgrenzung. Da mochten die einen die Arbeit für sich in
Anspruch nehmen wegen des Materials, die anderen wegen der benutzten
Werkzeuge, die dritten wegen des Charakters des Fertigproduktes
usw.
Die Webbs behaupten, dass in England „neun Zehntel der
Misserfolge der Bewegung von dem gegenseitigen (overlapping)
Übergreifen der Organisationen herrühre“. Das Werben um
Mitglieder führt nicht nur leicht zum Streik, sondern auch zum
Verlust von Streiks durch Streikbrecher der anderen Vereinigung.
Für viele Gewerbe ist ein empfehlenswertes Heilmittel die
Schaffung der schon erwähnten Grossgewerkschaften (industrial
unions), als deren Vorbild die Vereinigten Bergarbeiter angeführt
wurden. Mit denselben sind noch viele andere Vorteile verbunden.
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