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wissenloser Unternehmer schützt nicht nur die Möglichkeit, einen
Streik zu gewinnen, sondern auch die Willigkeit, selbst eine aussichtslose
Schlacht zu schlagen.
So ideal diese Wirkungen sein mögen, keine besonnene Gewerkschaft
wird zum Streik anders als im äussersten Notfall
greifen. In England wie Amerika hat die Organisation als Vorkämpfer
für den Frieden im Wirtschaftsleben gewirkt. Wie
durch den Zusammenschluss zu einem starken Volke der ewigen
Fehde zwischen den zänkischen Fürsten gesteuert wird, und die
Kriege seltener, je mehr sie gefürchtet, so bringt die Gewerkschaft
den Frieden, weil sie im Notfall den Kampf so furchtbar
führen könnte. Dazu helfen die Unternehmer, die die Kollektivarbeits-Verträge
begünstigen, und nur die, welche die diplomatischen
Beziehungen abbrechen und ihr eigenes Geschäft nach
ihrem eigenen Kopfe leiten wollen, sind für die Mehrzahl der
noch ausbrechenden Streiks verantwortlich.
36. KAPITEL.
Die Streikleitung.
Die Verantwortlichkeit eines Arbeiterführers ist nicht mit
der Streikerklärung zu Ende. Der Streik mag moralisch und
politisch noch so berechtigt, ein unvermeidliches Auf bäumen gegen
unhaltbare Zustände und mit den grössten Siegesaussichten eingeleitet
sein, ohne gute Führung schwinden diese dahin.
Wie viele Fragen sind mit der Leitung eines Streikes verknüpft,
und durch plötzliches Auftauchen einer neuen kann der
ganze Bau zusammenfallen. Da ist vor allem der Mut der
Schwächeren zu heben, und von der Hoffnung der anderen ihnen
ein Teil zuzuführen; da ist der Ausgleich zu finden zwischen
einer Erhaltung der Kassen und der Gewährung von Hilfe; da
muss man die eigenen Einnahmen, Stärke und Absichten des Gegners
abschätzen, jedem Vorschlag des Gegners zugänglich sein,
und Ratschläge Neutraler hören. Die Sympathie des Publikums
muss gewonnen werden, indem ihm der Streitfall offen vorgelegt
wird; da muss die Einführung neuer Arbeitskräfte erschwert, und