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nicht die Ausdehnung der Misstimmung und verpassten ihre günstige
Gelegenheit.
Kurz darauf kam es in Shenaudoah zu einem Zusammenstoss,
als ein Sheriff auf Streikende feuerte, die ihn, gereizt durch
sein hastiges Einschreiten, insultiert hatten. Dem Sheriff kamen
einige zu Hilfe, und ein Kaufmann starb an einer dabei empfangenen
Verwundung. Nun schlug natürlich die feindliche Presse Lärm,
übertrieb den Vorfall bissig, und brachte von da an täglich Berichte
über Gewalttätigkeiten, die meist gar nicht vorgefallen
waren oder in keinem Zusammenhang mit dem Streik standen.
Es gelang vielmehr den Beamten der Gewerkschaft verhältnismässig
gut, unter den 150000 Leuten die Disziplin aufrecht
zu erhalten und sie durch Proklamationen von Taten abzuhalten,
die geeignet gewesen wären, ihnen die Sympathien zu
rauben.
Eine Woche später gingen die Beiträge ein, und die schwachen
Punkte der Stellung konnten gefestigt werden. Niemals ist genügend
Geld vorhanden gewesen, um allen Leuten zu geben. Wer
Bankguthaben oder ertragfähigen Grundbesitz hatte, musste zu
gunsten der Bedürftigeren zurückstehen. Das bedeutet natürlich
eine gewisse Ungerechtigkeit gegen sparsame und wirtschaftliche
Leute, aber in einem Kampfe, der über eine halbe Million Menschen
einbegreift, muss die Gewerkschaft haushälterisch sein und für die
sorgen, die andernfalls auf Gnade oder Ungnade dem Hunger oder
den Unternehmern erliegen würden. Zirkularbriefe an die Ortsgruppen
gaben Rechenschaft über die Kasse und Vorschläge betreffs
Verteilung.
Auch das Publikum lieferte Beiträge; Fabrikanten, Kaufleute,
Arzte, Rechtsanwälte, Bauern schickten Schecks und ein Bankier
fügte demselben die Bitte um Verschweigung seines Namens bei.
Selbst Kinder und Witwen griffen in ihre Sparbüchsen, aber die
grossen Eingänge, im Betrage von Hunderttausenden, kamen natürlich
von den organisierten Arbeitern der anderen Gewerbe; auch
aus England und anderen Staaten, wo Arbeiter den gleichen Kampf
gekämpft hatten, gingen Beiträge ein.
In dem 30 tägigen Waffenstillstand vor dem Streik hatten
die Unternehmer nach Kräften Vorräte angesammelt, die aber
natürlich schnell schmolzen. Die alten Kohlenpreise von 24 Mk.
die Tonne stiegen auf 32 bis 80 Mark und im Kleinverkauf bis
120 Mark. Die Bahnen schränkten den Betrieb ein, Fabriken