Full text : Organisierte Arbeit

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und  Eisengesellschaft  zusammen,  ohne  aus  ihrer  Indifferenz  herauszutreten, ­
  selbst  als  man  Prozesse  gegen  sie  als  Gründer  eines
Trusts  einleitete  und  einige  Staaten  durch  Einzelgesetze  die  Industrie ­
  zu  kontrollieren  suchten.
Da  sandte  Präsident  Roosevelt,  in  Erkenntnis  der  Schrecken
einer  bevorstehenden  Hungersnot  nach  Kohle,  auf  den  3.  Oktober
Einladungen  an  mich  und  die  Bahnpräsidenten  nach  dem  Weissen
Hause.  In  dieser  historisch  gewordenen  Sitzung  leugnete  der
Präsident  zunächst,  irgend  ein  Recht  oder  eine  Pflicht  zu  haben,
auf  gesetzlicher  Grundlage  oder  wegen  öffentlicher  Beziehungen
zu  den  Dingen  einzuschreiten;  darum  bat  er  die  Parteien,  nicht
von  dem  Rechtsstandpunkt  des  Gegners  zu  sprechen,  sondern
sich  auf  dem  neutralen  Felde  des  öffentlichen  Wohles  zu  begegnen.
„Ich  appelliere  an  ihren  Patriotismus“  schloss  er,  „an  den  Geist
des  Landes,  der  dem  Allgemeinwohl  persönliche  Opfer  bringt.“
Die  kurze  Ansprache  musste  den  Zuhörern  die  schwere  Verantwortung ­
  klarmachen,  die  auf  ihnen  ruhte;  ich  war  vom  Ernst
der  Lage  ergriffen  und  sagte  für  die  Arbeiterschaft  zu,  sie  würden
alle  Streitfragen  einem  vom  Präsidenten  zu  ernennenden  Schiedsgericht ­
  unterbreiten.  Hiermit  wurde  die  Besprechnung  bis  3  Uhr
Nachmittag  abgebrochen,  damit  die  Beteiligten  eine  Überlegungsfrist ­
  hätten.
In  dieser  Nachmittagssitzung  nun  brachten  die  Herren  von
den  Bahnen,  in  direkter  Verspottung  der  Aufforderung  des  Präsidenten, ­
  die  Streitigkeiten  aus  dem  Spiel  zu  lassen,  Schmähungen
und  Beschuldigungen  gegen  die  Gewerkschaft  vor,  über  die  eine
Diskussion  unmöglich,  eine  Versöhnung  also  ausgeschlossen  war.
Und  nicht  etwa  einer  momentanen  Eingebung  oder  Gereiztheit  entsprang ­
  dieser  Hagel,  den  man  auf  den  Gegner  richtete,  sondern  er
wurde  von  sorgfältig  vorbereiteten  Aufstellungen  abgelesen,  wieder
und  wieder  geschrieben  mit  kühler  Überlegung  der  Unternehmer.
Die  Anwesenheit  des  höchsten  Repräsentanten  des  Volkes  hinderte
diese  Herren  nicht  an  den  ungehörigsten  Gefühlsausbrüchen,  ja
einer  derselben  endigte  in  einem  leidenschaftlichen  Angriff
auf  den  Präsidenten,  er  habe  seine  Pflicht  gegen
Publikum  und  Unternehmerwelt  verletzt  und  möge  zu
derselben  zurückkehren!  Statt  in  einer  Annahme  unseres
Friedensvorschlages,  gipfelten  die  Angriffe  auf  eine  ungesetzliche,
statutenlose  Gewerkschaft  in  der  Forderung  an  den  Präsidenten,
Bundestruppen  nach  dem  Anthrazitfeld  zu  senden.
            
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