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sei» werden. Wir bauen nicht eher Brücken, bis wir an den Fluss
gekommen sind; die ersten Schritte sind klar vorgezeichnet, und
wir haben uns heute um das noch in Nebel gehüllte Ende der Reise
nicht zu kümmern. Ob sich das gelobte Land, welches dem theoretischen
Gerechtigkeitsideale am nächsten kommt, mit oder ohne
Änderung der politischen und wirtschaftlichen Grundlagen der Gesellschaft
unter dem Lohnsystem oder sonstwie erreichen lässt: das
mag die Sorge der Arbeiter sein, die im gleichen Komfort, in
gleich hoher sozialer Stellung und unter gleich trefflicher Bildung
leben, wie heute die privilegierten Klassen. Die Wissenschaft
schafft uns dazu ununterbrochen die Mittel, wenn wir sie nur
kraftvoll und zielbewusst anwenden. Konnte sie die Entlohnung
eines Maurers von wenigen Pfennigen auf 2,60 Mark die Stunde
heben, so hat niemand das Recht, die weitere Steigerung auf
zehn Mark und mehr als utopisch hinzustellen.
Unsere gelehrten Klassen empfinden heute an ihrer Arbeit
eine tiefere Befriedigung, als an ihrer Erholungszeit, und bei
einigen gelernten Arbeitern ist dieser Zustand gerade im Entstehen
begriffen. Diese Ereude an der Arbeit ist eins der entscheidensten
Merkmale der Zivilisation. Die rohen Arten der
Vergnügung werden aufhören, und das Vergnügen wird zur Arbeit
werden, wenn die Arbeit zum Vergnügen wird.
Es gab eine Zeit, wo das Waffenhandwerk die Hauptsorge
des Volkes war. Es wird eine Zeit gegeben haben, in der die
Notwendigkeit, seine Unterhaltsmittel zu erwerben, die Hauptsorge
des Volkes war. Genau so wie es eine Zeit gegeben hat,
in der man die Erziehung fürchtete und von einem Schulzwang“
redete, während heute selbst die Kleinsten, Unverständigsten gern
zur Schule eilen.
Ich folge nicht der Anschauung vieler, dass mit steigender
Zivilisation die Arbeit der Masse individueller und künstlerischer
werden würde. Nur mit Hilfe der Maschine kann man der
Maschine wieder entgehen, und der Mann von Eisen kann den
Mann von Fleisch und Blut ersetzen; Grossbetrieb und automatische
Maschinen, nicht persönliche Fertigkeiten stehen auf dem Banner
der arbeitenden Klassen geschrieben. Der erhöhte Konsum von
Kunstgegenständen mag mehr Kräfte in der Kunst beschäftigen,
aber er macht die Kunst nicht zur Industrie und die Industrie
nicht zur Kunst.