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sondern nur gedeihen, wenn die Menschen die Natur durch Zähmung
von Tieren und Bestellung des Bodens unterstützen. So
vermehrte sich Zahl und Wohlstand der Menschen nicht eher, bis
das Zeitalter der Hirten kam, in dem man die Herden von einem
guten Weideplatz zum andern trieb. Grösser wurden die Arbeitsgelegenheiten
dann weiter im Stadium des Ackerbaues, als Familien
und Stämme sich auf fruchtbaren Ebenen niederliessen. Wo der
Kampf mit der Natur hart ist, raubt man lieber als zu produzieren,
und so wird diese frühe Geschichtsperiode durch dauernden
Krieg rivalisierender Gemeinschaften um die Unterhaltsmittel
charakterisiert. Im Gegensatz zur modernen Gesellschaft, die auf
Industrie und Güterproduktion angelegt ist, standen diese Völker
fast völlig auf kriegerischer Grundlage, und wie die Auferlegung
von Tributen, die im Altertum eine so grosse Rolle spielt, zeigt,
kümmerten sich die Erobererstämme mehr um gewaltsamen Erwerb
als um Produktion. Mit diesem Kriegszustand entstand die
Sklaverei. Die siegreichen Stämme belegten nicht nur die produzierten
Güter, sondern auch die Produktionsmittel mit Beschlag,
indem sie die Gefangenen zu Sklaven machten.
Im Anfang war diese Sklaverei so im Gegensatz zu unserer
modernen das Ergebnis eines unglücklichen Kampfes und die Zahl
der Sklaven blieb gering. Mit der Entwicklung der Gesellschaft
stieg dieselbe, indem die Sklaverei nicht nur den Kriegsopfern,
sondern auch Verbrechern, oder bei der Unfähigkeit von Schuldzahlungen
und als Steuern auferlegt wurde. Wenn auch viele
Einzelfälle von Grausamkeit berichtet werden, so war die Sklaverei
in diesen Zeiten doch nicht so streng wie später, und dies System
hatte doch das Verdienst, Millionen von Menschen arbeiten zu
lehren. Bei der geringen Verwendung von Geld schien es natürlich,
dass der Arbeiter nur seine unmittelbaren Bedürfnisse, Nahrung,
Kleidung und Wohnung, kurz Naturallohn erhielt. Die Zahl
der Sklaven wuchs auf dem natürlichen Wege mit ihrer Nachkommenschaft,
und dies System, unter welchen Staaten blühten und
zu Macht gelangten, wurde von Philosophen und Philantropisten
verteidigt, man konnte sich anders eine Industrie nicht denken.
Mochten die Sklaven nun bald ein Besitzstück sein, dass von
seinen Herren geschlagen und getötet werden konnte, mochten
ihnen bei einigen Völkern gewisse Rechte zustehen, mochten sie
durch Gesetz geschützt sein und selbst Geld erhalten und sparen
—, solange die Arbeitsleistung von Herren befohlen werden konnte,