Full text : Organisierte Arbeit

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Im  Jahre  1844  organisierten  sich  die  Bergleute  zum  ersten
Male  und  kämpften  5  Monate  lang  einen  heldenhaften  Streik,  der
zwar  verloren  wurde,  aber  die  Aufmerksamkeit  des  Volkes  auf
diese  fürchterlichen  Zustände  richtete,  und  mit  der  Erkenntnis,
dass  sie  Menschen  und  nicht  Tiere  seien,  den  ersten  Lichtstrahl
einer  Hoffnung  in  das  trübe  Leben  der  Streikenden  warf.

5.  KAPITEL.
Die  englischen  Versuche  der  Selbsthilfe.
Es  ist  bezeichnend  für  den  Mangel  wirksamer  Arbeiterorganisationen, ­
  dass  der  erste  Anstoss  zur  Besserung  der  Arbeitsbedingungen ­
  damals  von  Aristokratie  und  Mittelstand  ausging.
Diese  Gesetzgebung  bestand  aus  einer  Begrenzung  des  Alters,  in
dem  Kinder  beschäftigt  werden  durften,  und  in  einigen  Vorschriften
für  Gesundheit  und  Sicherheit.  Die  Arbeiter,  die  unter  den  Zuständen ­
  selbst  zu  leiden  hatten,  hatten  das  Heilmittel  noch  nicht
erkannt  und  waren  somit  unfähig,  für  ein  solches  einzutreten.  Bis
1824  waren  Gewerkschaften  gesetzlich  verboten  und  das  Gesetz,
das  sie  zuliess,  ging  durchs  Parlament,  ohne  dass  ihre  Freunde
davon  wussten.  Gewerkschaften  im  Sinne  von  „  dauernden  Vereinigungen ­
  von  Lohnarbeitern  zum  Zwecke  der  Sicherung  ihrer
Arbeitsbedingungen“  *)  bestanden  in  England  seit  dem  Anfang
des  18.  Jahrhunderts,  aber  ihre  grosse  Bedeutung  für  das  Wirtschaftsleben ­
  wurde  nicht  vor  1760  erkannt.  Vorher  fand  man
Organisationen  von  Tagelöhnern,  besonders  im  Baugewerbe,  bei
den  Goldschlägern  und  Seidenwebern,  wo  die  Höhe  der  Materialkosten ­
  mit  ihrem  Kapitalbedarf  eine  Klasse  von  dauernden  Lohnarbeitern ­
  schuf.  Aber  erst  mit  der  Trennung  von  Mensch  und
Werkzeug,  mit  der  Entstehung  der  die  Maschinen  besitzenden
Kapitalistenklasse  und  der  Anhäufung  der  Arbeiter  in  Fabriken
x )  Diese  Definition,  wie  mancherlei  geschichtliches  Material  im  folgenden
ist  der  bekannten  „Geschichte  der  Gewerkschaften“  von  Sidney  und  Beatrice
Webb  entnommen.
            
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