Full text : Organisierte Arbeit

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über  (lern  Widerstand,  den  es  zu  überwinden  galt.  Wie  in  England ­
  bestanden  noch  die  alten  Verschwörungs-  und  Vereinsgesetze
und  für  gemeinschaftliche  Arbeitsverweigerung  wurden  die  Leute  ins
Gefängnis  geworfen.  Der  Masse  feindlicher  Zeitungen  gegenüber
gab  es  nur  wenige  Blätter,  die  die  Sache  der  Arbeiter  führten.
Man  versuchte  die  Vereinigungen  als  gefährlich  für  Religion  und
Moral  hinzustellen  und  in  Boston  wurden  80  000  Mk.  in  einer
Unternehmervereinigung  zum  Zwecke  der  Sprengung  der  Organisationen ­
  der  Schiffsarbeiter  und  Graveure  gezeichnet.
Am  Ende  der  30er  Jahre  erreichten  die  Schneider  Bostons
eine  Verkürzung  der  Arbeitszeit,  aber  der  erste  grosse  Erfolg
der  Organisationen  war  der  Erlass  Präsident  Van  Bürens  am
10.  April  1840,  welcher  in  der  Werft  in  Washington  und  allen
Staatsbetrieben  die  Arbeitszeit  auf  10  Stunden  einschränkte. ­
  Viele  Privatwerften  folgten  sehr  bald  in  der  Annahme
des  Zehnstundentags.  Aber  trotz  einiger  weiterer  Erfolge  kann
man  vor  der  Gründung  nationaler  Organisationen  von  grösseren
Siegen  der  Bewegung  nicht  weiter  sprechen.
Im  Jahre  1850  gründeten  die  Druckereiarbeiter  (journeymen
Printers)  die  erste  nationale  Gewerkschaft  in  denVereinigten
Staaten.  Diese  Vereinigung,  die  später  den  Namen  „Internationale
Typographische  Gewerkschaft“  annahm,  breitete  sich  mit  grosser
Schnelligkeit  in  New  York,  New  Jersey,  Pennsylvanien,  Maryland
und  Kentucky  aus  und  fasste  Fuss  in  allen  Staaten  des  Landes
und  in  Kanada.  Dem  Wachstum  dieser  Organisation  verdanken
wir  die  Gründung  anderer  nationaler  Gewerkschaften  in  verschiedenen ­
  Teilen  des  Landes,  so  1854  die  der  Hutmacher,  1858  der
Eisen-  und  Stahlarbeiter,  welche  sich  „Söhne  des  Vulkan“  nannten,
1859  der  Eisengiesser.
Durch  den  Bürgerkrieg  wurde  die  Entwickelung  dann  für
einige  Jahre  gehemmt.  Alle  Gedanken  waren  auf  die  Erhaltung
des  Bundes  gerichtet  und  alle  gesellschaftlichen  und  Klassenbestrebungen ­
  wurden  hinausgeschoben.  Aber  gegen  das  Ende  des
Krieges  hin,  besonders  am  Ende  der  60er  Jahre,  kam  neues  Leben
in  die  Bewegung.  Nach  Lösung  der  Sklavenfrage  trat  das  Problem
der  freien  Arbeit  in  den  Vordergrund  und  der  Aufschluss  des
ganzen  Landes  für  die  freie  Arbeit  erheischte  eine  Stellungnahme  zur
Lohnfrage.  Mit  der  Entwertung  des  zur  Kriegszeit  ausgegebenen
Papiergeldes  mussten  neue  Lohnabmachungen  getroffen  werden,
und  die  Rückkehr  der  Soldaten  machte  ein  Überangebot  von
            
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