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Fälle geben, in denen dies Härten mit sich bringt, so hat doch
die Gesetzgebung einiger Staaten gezeigt, dass man Ausnahmefälle
berücksichtigen kann, ohne die Tür zur allmählichen Rückkehr
zu veralteten Zuständen und zur praktischen Vernichtung
des Gesetzes zu öffnen. Mehr als 2—3% der heute beschäftigten
Kinder dürften kaum von solchen Ausnahmen berührt werden.
17. KAPITEL.
Die Totenliste der Industrie.
Der Arbeiter verdient sein Brot nur zu oft mit Gefahr seines
Lebens. Ob unter oder auf der Erde oder auf See, überall blickt
er dem Tode ins Antlitz. Diese Gefahr steigt im Laufe der Zeit.
Jede neue Erfindung, jede Zunahme in den Abmessungen der
Maschinen, jede Beschleunigung des industriellen Mechanismus
bringt neue menschliche Opfer. Die Siege des Friedens fordern
gleiche Preise an Toten und Verwundeten wie die des Kriegs.
Der Postwagen war für den einzelnen Reisenden gefährlicher
als es die Eisenbahn ist; aber wo der Postwagen Tausende, da
tötet die Eisenbahn Zehntausende. Und mit jedem Jahre steigen
mehr Bergleute in die Tiefe, um nicht wieder lebend herauf
zukommen.
Die Totenliste der Industrie ist länger, als es veröffentlichte
Zahlen zeigen. Viele werden ohne Unfall getötet. Der allmähliche
Tod, der vom Arbeiten in schlechter Luft, durch Einatmen von
Metallstaub, von der dauernden Berührung der Hände mit Giften,
und die endlich von Überanstrengung, ungenügendem Schlaf herrührt,
vermehrt die Opfer des Fortschritts derart, dass eine zahlenmässige
Schätzung unmöglich ist.
Wie gute Vorsichtsmassregeln man auch immer ergreifen
mag, unmöglich kann die gewaltige Industrie des amerikanischen
Volkes ohne Unfälle geführt werden. Keine grosse Parade, keine
Festfeier, kaum ein Picknick geht ja ohne ein gebrochenes Bein
ab. Die schnellaufende Maschine der Industrie hat aber nicht
nur viele unbewachte Teile, sondern man kann viele Unfälle