Full text : Organisierte Arbeit

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Fabriken  festsetzen,  schreiben  10—16  Jahre,  in  der  Regel  12  bis
13  Jahre  vor.  Für  einige  weitere  Jahre  tritt  dann  oft  eine  Beschränkung ­
  der  Arbeitszeit  auf  8—10  Stunden  ein,  und  die
Arbeitszeiten  wie  die  Pausen  für  die  Mahlzeiten  müssen  öffentlich
angeschlagen  werden.  Dazu  ist  in  einigen  Staaten  körperliche
Züchtigung  der  Kinder  gesetzlich  verboten.
Aber  es  gibt  in  dieser  Richtung  noch  viel  zu  tun;  über
168  000  Kinder  sind  heute  noch  in  Fabriken  beschäftigt  und  ausserdem ­
  viele  Tausende  auf  Zechen,  in  kleineren  Werkstätten  und  auf
den  Strassen.  Innerhalb  der  Fabriken  entfällt  ein  Drittel  der
beschäftigten  Kinder  auf  die  Baumwollindustrie.  In  den  Südstaaten
findet  man  noch  heute  7  jährige  Kinder  beschäftigt,  und  der
Zustand  in  diesen  Fabriken,  die  zum  Teil  mit  ungeheurem  Gewinn
arbeiten,  spottet  jeder  Beschreibung.  In  den  Nordstaaten  scheinen
dagegen  im  Jahre  1900  weniger  Kinder  beschäftigt  zu  sein  als  1880.
Fräulein  Jane  Addams  vom  Hull-Haus  in  Chicago  hat  den
Zusammenhang  zwischen  Kinderarbeit  und  Landstreichertum  nachgewiesen. ­
  Tausende,  die  durchs  Land  bummeln  und  von  der  Gesellschaft ­
  leben,  statt  für  dieselbe,  sind  durch  Überarbeitung  in
ihrer  frühen  Jugend  an  Leib  und  Seele  gebrochen.  Und  wenn  auch
das  Gefühl  des  ganzen  Volkes  sich  auf  bäumt  gegen  die  kalten,
geldjagenden  Fabrikbesitzer  des  Südens,  so  ist  doch  eine  starke
Gewerkschaftsbewegung  zur  Kristallisation  dieses  Gefühles  und  zu
seiner  Umsetzung  in  die  Tat  notwendig.  Reiche  Leute  leben
heute  von  den  Dividenden  einer  Gesellschaft,  von  Fleisch  und
Blut  der  Tausende  Armer  und  Elender,  die  sie  nie  gesehen  haben.
Den  Gesetzgebern  eines  solchen  Staates  muss  durch  vereinte  Anstrengung ­
  die  Moral  beigebracht  werden,  die  sie  nicht  besitzen:
dass  sie  ihrer  Selbstsucht  zum  Trotze  die  Kinder  schützen!
Aber  wie  bei  diesen  Unternehmern,  so  findet  sich  auch  noch
bei  einigen  tieferstehenden  Arbeitern  der  Mangel  an  Moral,  der  das
eigene  Fleisch  und  Blut  opfert,  wenn  die  Versuchung  vor  der
Tür  steht,  zusammen  mit  der  geringen  Einsicht,  die  nicht  begreift,
dass  die  Löhne  der  Kinder  nur  von  denen  der  Väter  abgezogen
werden,  wie  die  Untersuchungen  des  Arbeitsamtes  der  Vereinigten
Staaten  klar  bewiesen  haben.
Die  Gewerkschaftsbewegung  muss  im  Kampfe  gegen  Eltern
und  Unternehmer  auf  Schulzwang  bis  zum  16.  Jahr,  auf  ein  Verbot ­
  der  Fabrikarbeit  bis  zum  gleichen  Alter  und  auf  strenger
Durchführung  dieser  Bestimmungen  bestehen.  Mag  es  auch  einzelne
            
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