Full text : Das System der Rentengüter und seine Anwendung in Ungarn

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die  Rentengutsveräusserer  erhielten  Rentenbriefe  57  441  876  M.
Darlehen  in  Rentenbriefen  für  die  erstmalige  Einrichtung ­
  4  712  887  M.
Privatrenten  aus  dem  Kaufe,  zu  4%  kapitalisirt  5  899  850  M.
Hypotheken  aus  dem  Kaufe  5  871  919  M.
Zusammen  73  426  532  M.
Demnach  belasten  die  gesammten  Rentengüter  im  Taxwerthe
  von  84.667  Millionen  M.  Schulden  im  Betrage  von  73.426
Millionen  M.,  was  einer  Verschuldung  von  86,76%  entspricht.
Wir  wollen  jedoch  betonen,  dass  gegenüber  den  Zuständen  in
den  Vorjahren  eine  Besserung  zu  konstatiren  ist,  indem  nach
gleicher  Berechnung  zum  Schlüsse  des  Jahres  1898  die  Verhältnisszahl
  der  Verschuldung  der  Rentengüter  87,66%,  Ende
1897  87,93%,  zum  Schlüsse  des  Jahres  1896  88,5%  und  Ende
1894  89,6%  betrug.  Mit  einem  Worte,  die  Besserung,  welche
■  dem  wohlfeileren  Grundbesitzankauf  zuzuschreiben  ist,  verspricht ­
  ständig  zu  sein.  Der  durchschnittliche  Kaufpreis  eines
Hektars  der  zur  Rentengutsbildung  angekauften  Güter  war
nämlich  im  Jahre  1894  802  M.,  im  Jahre  1896  674  M.,  im  Jahre
1898  647  M.,  im  Jahre  1903  664  M.;  die  Rentengüter  werden
demnach  in  neuerer  Zeit  zu  stets  vortheilhafteren  Preisen  angekauft, ­
  was  die  Schuldenlasten  der  Rentengutsbesitzer  verringert. ­

Eine  ebenso  bedeutende  Thätigkeit  entfaltete,  auf  Grund
des  Posen  er  Ansiedelungsgesetzes  vom  Jahre  1886,  die  Ansiedelungscommission, ­
  die  aus  dem  ihr  zur  Verfügung  gestellten ­
  Fonds  von  100  Millionen  M.,  welcher  im  Gesetze  vom  20.
April  1898  auf  200  Millionen  M.  und  später  im  Gesetze  vom
1.  Juli  1902  auf  350  Millionen  M.  erhöht  wurde,  seit  1886  bis
Ende  Dezember  1903  256  Millionen  M.  verausgabt  hat,  während
die  Einnahmen  54  Millionen  M.  betrugen,  so  dass  sich  die  Reinausgaben ­
  auf  rund  202  Million  M.  beziffern. 1 )
Die  Ansiedelungscommission  hat  bis  zum  Schlüsse  des
Jahres  1903  405  grössere  Güter  und  226  Bauernhöfe,  zusammen ­
  somit  631  Liegenschaften,  im  Ausmasse  von  228  553  ha
um  den  Gesammtpreis  von  175  353  630  M.  angekauft.  Der  Ge-1

 )  Denkschrift  über  die  A.usfüh.rung  des  Gesetzes
vom  26.  April  1886,  betreffend  die  Beförderung  deutscher
Ansiedelungen  in  den  Provinzen  Westpreussen  und  Posen, ­
  für  das  Jahr  1903.  (Nr.  80.  Haus  der  Abgeordneten.  20.  Legislaturperiode. ­
  I.  Session  1904.  S.  19.)
            
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