Object: Das Lebenswerk von Karl Marx

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Hilfsapparat uationalökonomischer Gesetze hat Marx kaum vennehrt. 
Er ist darin über Ricardo nicht wesentlich hinausgekommen: die 
Preisgesetze, die Verteilungsgesetze usw. Ricardos hat er wohl hie 
und da verbessert, aber in ihren Grundzügen unverändert gelassen. 
Seine Versuche, neue „Gesetze" jener Art zu formulieren, sind fast 
durchgängig gescheitert. Die Anläufe, im zweiten Bande des Kapitals, 
Ricardos Lehren für die Fragen des Kapitalumschlags usw. weiter 
zu führen, sind im Sande verlaufen. 
So blasphemisch es den Ohren manchen Marxverehrers klingen 
mag: ich wage es doch auszusprechen, daß Marxen für derartige 
Gesetzesschmiederei offenbar ein notwendiges Requisit fehlte: die 
Abstraktionskraft und in weiterem Sinne — die Verstandesschärfe. 
Ich entsinne mich noch, welches Entsetzen mich damals packte, als 
ich zum ersten Male das Urteil von Roscher über Karl Marx las, 
das ill seinen Hauptsätzen also lautet (Gesch. der Nationalökonomik 
in Deutschland S. 1021): „Theoretisch ist dieser geistreiche, aber nicht 
scharfsimlige Mann wenig geeignet, komplizierte Erscheinungen auf 
ihre einfachen Elemente zurückzuführen ..." Heute scheint mir 
dieses Urteil durchaus das Richtige zu treffen. Denn einem Mangel 
an Verstandesschärfe begegnen wir allerorten in den Marx'scheu 
Schriften. Das zeigt sich gailz besonders auch in der Art und 
Weise, wie er die Begriffe bildet und handhabt. 
Marx definiert fast nie und seine Begriffe sind oft genug 
mehrdeutig imb verschwommen: Wert, Mehrwert, Kapital, Fabrik, 
Betrieb, industrielle Reservearmee, Akkumulation, Konzentraüon, 
Verelendung und viele andere tragende Begriffe in seinem System 
entbehren durchaus der scharfen Prägullg, sodaß manche Parüen des 
„Kapitals" als Seminararbeiten eine ganz schlechte Note verdienten. 
Unsere Schulmeister haben darum auch von Marx eine nur geringe
	        
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