326 Dr. Harald Feddersen:
In diesen Zahlen, die durch die entsprechenden Angaben für H a m-
burg und die größeren Ostseehäfen noch ergänzt werden könnten
(Hamburg 1913: 16 400 Seeschiffe mit 14,2 Mill. Reg.-Tonnen und
16,5 Mill, Tonnen Gütermenge), drückt sich besser als in theoretischen
Darlegungen die Bedeutung der Seeschiffahrt als Gütertransportmittel
innerhalb der Volks- und Weltwirtschaft aus, Dargestellt am Nord-
deutschen Lloyd sieht die Gütertransportleistung einer Großreederei
von 1906 bis 1913 folgendermaßen aus:
Die Gütertransporte des Norddeutschen Lloyd:
1906 .. . . , 3804738 Tonnen 1910. .. . 3316623 Tonnen
1907... ; 4390051 N 1911 0.4 4 3586178 H
1908. 4 3.376 639 2 2: 43 710.739 %
1909. 3 498 986 N 3 2 4 178.133 n
Die entsprechende Durchschnittsleistung der Hapag
betrug 8 Millionen Frachttonnen pro Jahr, und wenn man nun noch
diesen Gütertransportziffern der Großreedereien die diesbezüglichen
Ziffern der Personentransportleistungen gegenüberstellt,
so vervollständigt sich ganz erheblich die Übersicht über die wirtschaft-
liche Bedeutung der Seeschiffahrt vor dem Kriege.
Die Personentransporte des Norddeutschen Lloyd:
1906 . . . . 491383 Personen 1910 . . . . 562608 Personen
1907‘. . . . W661 258 9 1911 514 272
19081 21. % 458 580 % 112 558 671 8
19091. 521 122 - 1713 . . 662385
Die Gesamtzahl aller durch den Norddeutschen Lloyd beförderten
Personen bis 1913 (Ende) beträgt 10408 113. Man fragt sich unwill-
kürlich, wie derartig hohe Ziffern überhaupt zustande kommen, und
wenn man daher versucht, sich ein Bild von den einzelnen Kate-
gorien der beförderten Reisenden zu machen, so kommt man beim
Norddeutschen Lloyd und bei der Hamburg-Amerika-
Linie dabei zu nebenstehendem Ergebnis (vgl. S. 327 unten):
In diesen Ziffern zeigt sich vor allem zweierlei: das langsame, aber
stetige Anwachsen der Zahl der beförderten Kajütspassagiere
auf der einen Seite und die starken Schwankungen unterworfene Zahl
der Zwischendeckpassagiere, die in der Regel mindestens
zur Hälfte aus Auswanderern bestand, Darin offenbart sich
deutlich die große Abhängigkeit des Reedereipassagiergeschäfts von
den Schwankungen der internationalen Auswanderungsbedürfnisse und
-möglichkeiten, die in den jeweiligen politischen und wirtschaftlichen