Object: Lebenserinnerungen

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dann kamen die Heldentaten Werders, endlich mustte sich Paris 
ergeben. Was die Triedensbedingungen betraf, so wurde vor dem 
Kriege wenig an das Llfast gedacht; man hatte sich in diesen Ver 
lust gefunden. Üls nun aber der Kampf entbrannt war, da erhob 
sich die allgemeine Forderung, die im gründe deutsch gebliebenen 
Länder für Deutschland wiederzugewinnen. 
Inzwischen war meine eigene wissenschaftliche Llrbeit ruhig 
fortgeschritten, und ich durfte die baldige Vollendung meiner 
Lchrift über die aristotelische Methode zuversichtlich erwarten. 
Dann aber kam ein Lreignis, das meinen Lebensweg eine neue 
Kichtung gab: die Berufung nach Bafel. Die Nachricht traf 
mich ganz unerwartet. Üllerdings war mir aufgefallen, dast das 
Baster Universitätsverzeichnis nicht den Namen Teichmüllers ent 
hielt, aber ich hatte nichts von einer Berufung gehört und er 
klärte mir fenen Umstand daraus, dast er einen Urlaub antreten 
wolle. Lines Morgens aber überbrachte mir ein Dienstmann 
einen von Trankfurt aus geschriebenen Brief von Teichmüller, 
der mich bat, ihn sofort zu besuchen. Nun erfuhr ich, 
dast er nach Dorpat übersiedeln wolle, wohin ihn Tamilien- 
beziehungen riefen und wo ihn eine weit grössere Lehrtätigkeit er 
wartete, zugleich aber, dast man in Basel ernstlich daran denke, 
mich als seinen Nachfolger zu berufen. Ich hatte nur meine 
damals noch kleinen Lchriften den Behörden zu übersenden und 
meine prinzipielle geneigtheit zu erklären; bald aber kam der da 
malige Leiter der Baster Universität, Natsherr und Professor 
Bischer, zu mir, und die Lache war rasch in angenehmster 
Weise erledigt. 5o war ich im Lllter von 25 Jahren ein wohl 
bestallter ordentlicher Professor der Philosophie und der Päda 
gogik. In Trankfurt bedauerte man meinen Tortgang aufrichtig, 
Lehrer und Lchüler zeigten mir in mannigfacher Weise ihre 
Lchätzung, auch die städtischen Behörden taten alles, mich in 
Trankfurt zu halten, aber im gründe verstand feder vollauf, dast 
ich die Berufung an eine Universität nicht ablehnen konnte. 5o bin 
ich in aufrichtiger gesinnung und mit herzlicher Dankbarkeit von 
Trankfurt geschieden. Ich stehe noch immer mit den damaligen 
Lchülern in einer gewissen Verbindung und habe das Hoofährige 
Jubiläum des alten gpmnasiums in treuer gesinnung miterlebt. 
Ls war mir eine groste Treude, dast man damals an mich als 
Testredner dachte; leider verhinderten gehäufte wissenschaftliche 
Qrbeiten mein Kommen.
	        
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