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Klima ausgestattet, gehört sie zu den von der Natur am reichsten
gesegneten Ländern der Erde. Der Reis wird südlich der alten
Hwang-ho-Mündung, im Delta des Jang-tse und im ganzen
ozeanischen Küstenstrich in großem Maßstabe angebaut. Hier
gibt das Land noch zwei Ernten, im Mai und im Oktober. Von
hier aus werden die Millionenstädte, wie Peking und Nanking,
die Mandschurei und Mongolei bis zur Gobi mit Reis versehen.
Auch die Provinz Hupe erzeugt Reis im Überfluß und führt
große Mengen in die dichtbevölkerte Provinz Tschili, wie über-
haupt in den nicht reisbauenden Norden Chinas aus.
Zahlenmäßige Angaben über den chinesischen Reisbau zu
machen, hat, bei dem Mangel an statistischen Aufnahmen, seine
Schwierigkeiten. Bachmann schätzte die Gesamtproduktion
auf etwa 40 Mill. Tons.
Am Welthandel ist China nur durch Reiseinfuhr beteiligt, da
die Ausfuhr verboten ist. Die Einfuhr ist zwar großen Schwän-
kungen unterworfen, steigt aber im ganzen. Die Statistik bringt
bloß die Mengen, die über die Vertragshäfen importiert werden,
so daß der ganze Handel über die Innengrenzen außer Frage
bleiben muß. Der Wert der Einfuhr betrug in Haikwan-Taels:
1892: 5826000 1899:117813000 1906: 11 750 000
1895: 15623 000 1902; 23611 000 1907: 34423 000
1897: 4011000 1905: 8545 000 1908: 26 632 000
Das macht 6—8% der Gesamteinfuhr aus. Nach Copeland
(43, S. 293) beträgt die Reiseinfuhr in manchen, aber nicht in
allen Jahren, über 500 000 Tonnen. Der größte Teil davon geht
über Hong-kong und kommt etwa zur Hälfte aus Indochina
und zur Hälfte aus Siam; ein kleiner Teil aus Korea und
Macao.
Der schon erwähnte Reishandel innerhalb der Grenzen des
gewaltigen chinesischen Reiches ist sehr bedeutend. Der Trans-
port von Süden nach Norden geht zum nicht geringen Teil auf
dem großen im Jahre 1289 vollendeten Kaiserkanal vor sich.
Die beiden vor der Ostküste Chinas lagernden größeren Inseln,
von denen die eine, Hainan, zu China, die andere, Tai-wan
(Formosa), zu Japan gehört, erzeugen Reis in solchen Mengen,