Full text : Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

452

Fünfter  Teil.  Verkehrswesen.  IV.  Binnen-  und  Seeschiffahrt.

Linie  eine  bestimmte  Anzahl  von  Schiffen  stellt;  für  Ostasien  besteht  eine  Post-  und
eine  besondere  Frachtdampferlinie,  beide  von  der  Lamburg-Amerika-Linie  und  dem
Norddeutschen  Lloyd  gemeinsam  betrieben;  die  Frachtdampferlinie  läuft  auf  der  Rückreise ­
  Kalkutta  an  und  zieht  so  Indien  in  den  Einflußbereich  der  Hamburgischen  Gesellschaft;
ferner  werden  von  New  Bork  aus  selbstäirdig  direkte  Verbindungen  mit  Westindien,
sodann  in  Gemeinschaft  mit  der  Deutschen  Levante-Linie  mit  dem  östlichen  Mittelmeer
und  schließlich  gemeinsam  mit  Sloman  und  einer  englischen  Reederei  mit  Ostasien
unterhalten;  endlich  bestehen  besondere  Küstenlinien  in  Ostasien,  die  sich  von  Hongkong
bis  Wladiwostok!  erstrecken  und  in  den  Jangtse  hinein  bis  Lanka»  reichen.  Außerhalb
des  Vcrkchrsbereichs  der  Gesellschaft  liegen  also  nur  Afrika  und  Australien,  auch  fehlt
noch  eine  Linie  über  den  Stillen  Ozean;  die  Verhandlungen,  die  darüber  mit  der
Atchison—Topeka—St"  Fe-Bahn,  der  einzigen  noch  ganz  selbständigen  Überlandbahn
der  Vereinigten  Staaten,  eingeleitet  waren,  und  die  den  um  die  Erde  fast  völlig  schon
gelegten  Ring  schließen  sollten,  sind  vorläufig  ohne  Ergebnis  geblieben.  Zn  Europa
unterhält  die  Gesellschaft  ganz  neuerdings  einen  Seeleichterdienst  zwischen  Hamburg
und  den  rheinischen  Binnenhäfen  bis  nach  Köln  herauf,  der  bestimmt  ist,  ihr  aus  dem
rheinisch-westfälischen  Industriegebiet  Fracht  zuzuführen;  sonst  hat  sie  den  europäischen
Verkehr  anderen  Gesellschaften  überlassen,  mit  denen  jedoch  über  die  Ab-  und  Zufuhr
der  Amschlaggüter  feste  Vereinbarungen  bestehen.
Ganz  in  der  H.-A.-P.-A.-G.  aufgegangen  sind  bereits:  im  Jahr  1875  die
Adler-Linie  und  1886  die  Carr-Linie,  beides  Konkurrenzunternehmungen  des  Lamburg-New
  Borker  Verkehrs;  1891  die  zwischen  Hamburg  und  Montreal  laufende  Lansa-Linic,
  1898  die  Ostasien  bedienende  Kingsin-Linie,  1900  die  Brasilien-Linie  der
Hamburger  Firma  A.  C.  de  Freytas  &  Co.  und  der  ostasiatische  Küstendienst  der
Firma  Diederichsen,  Jebsen  &  Co.,  1901  endlich  die  zwischen  New  Bork  und  Westindien ­
  fahrende  Atlas-Linie  englischer  Flagge.  Bctriebsgemeinschaften  bestehen  mit
der  Privatreederei  Robert  M.  Sloman  jr.,  der  Lamburg  -  Südamerikanischen  und
der  Kosmos-Dampfschiffahrtsgesellschaft,  der  Deutschen  Levante-Linie  und  dem  Norddeutschen ­
  Lloyd,  sowie  mit  einer  englischen  Firma;  darüber  hinaus  leitet  die  Personenabtcilung
  der  Gesellschaft  noch  den  Personenverkehr  der  Ostafrika-Linie,  so  daß  unter
den  Großschiffahrtsgesellschaften  Hamburgs  nur  die  Wocrmann-Linie  und  die  Deutsch-Australische
  Dampfschiffsgesellschaft  nicht  in  unmittelbarer  Verbindung  mit  der  Hamburg-Amerika-Linie
  stehen.
Dieser  Ricsenumfang  des  Anternehmens  kommt  in  folgenden  Zahlen  zum  Ausdruck.
Gegründet  mit  einem  Aktienkapital  von  465  000  Mark,  hatte  die  Gesellschaft

Ende  1860:  2  887  500  Mark  Aktien  und  2  550  000  Mark  Obligationen

1870:  7  500  000

„  3  780  000

1880:  15  000  000  „

„  4  050  000

1890:  30  000  000  „

„  9  250  000

1896:  30  000  000

„  13  875  000

1897:  45  000  000  „

„  13  500  000

1898:  50  000  000  „

„  13  125  000

1899:  65  000  000  „

„  12  750  000

1900:  80  000  000  „

„  12  375  000

1901:  80000000  „

„  39  500  000

ausgegeben,  jetzt  sind  es  100  Millionen  Mark  Aktienkapital  geworden;  dazu  treten  noch
6,2  Millionen  Mark  Hypotheken  und  20,8  Millionen  Mark  Reserven.  Der  Raumgehalt ­
  der  Ozeandampfer  ist  von  67  257  Reg.-Tons  Ende  1886  auf
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.