3. Römer und Griechen, Araber und Italiener.
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insbesondere zur Zeit der Kreuzzüge einen großen Aufschwung, kam aber immer mehr
in die Lände der Fremden, insbesondere der Italiener, nachdem die italienischen See
städte in lebhafter Konkurrenz untereinander von den griechischen Kaisern wertvolle
Privilegien erlangt hatten. Überhaupt war der Kandel unter den griechischen Kaisern
nur insofern Gegenstand staatlicher Fürsorge, als er zur Vermehrung der kaiserlichen
Einnahmen geeignet war. Viele Landelsartikel, darunter sogar die notwendigsten
Lebensmittel, wie Getteide, Wein und öl, wurden dem privaten Unternehmungsgeist
entzogen und zum Gegenstände staatlicher Monopole gemacht, die unter der Verwaltung
von rücksichtslosen Finanzbeamtcn zu einem wirtschaftlichen Despotismus ausarteten.
Anter diesen Verhältnissen wurde es den italienischen Städten, die durch die Kreuzzüge
die direkten Beziehungen zu den Küsten Vorderasiens angeknüpft hatten, nicht schwer,
Konstantinopel die Kandelssuprematie vollständig zu entteißen.
Die Araber haben sich bereits in den ältesten Zeiten als Kandelsvolk hervor
getan, sie haben auch neben den Phöniziern eine große Rolle gespielt. Die römische
Kerrschast hatte ihnen einen starken Damm entgegengesetzt, mit umso größerer Kraft
brachen sie aber in der ersten Kälste des 7. Jahrhunderts hervor, fanatisiert durch
ihren neuen Glauben. Der Muhammedanismus eröffnete auch dem kaufmännischen
Internehmungsgeiste neue Bahnen, zumal der Prophet selbst Geschäftsmann gewesen
war. Viele religiöse Vorschriften und Einrichtungen dienten auch dem Landclsverkehre;
die regelmäßigen Pilgerfahrten nach Mekka führten Kaufleute aus allen Gegenden
zusammen und boten die nöttgen Vorbedingungen für einen größeren Markt, die
Schaffung von Brunnen und Zisternen, die Errichtung von Karawanserails usw. mußten
dem Warenhandel großen Vorschub leisten. Die Eroberungen der Araber in Syrien
und Palästina, Ägypten, Nordafrika, Spanien, Interitalien usw. zerstörten nicht die
zahlreichen hochentwickelten Kulturstätten, sondern machten sic nur dem arabischen Kandel
dienstbar, der durch zwei Jahrhunderte das Mittelmecr beherrschte und sich in die ganze
damals bekannte Welt erstteckte. Der Mittelpuntt des Landelsvcrkehres zwischen dem
Morgenlande und Abendlande war nun Kairo. Die Zersplitterung des Reiches durch
Isurpationen und Eroberungen untergrub aber auch die kommerzielle Bedeutung der
Araber.
Nach der Teilung des römischen Reiches war die italienische Kalbinsel ein Spiel-
ball des wechselnden Kriegsglückes jener zahlreichen Völkerschaften, welche um den
Besitz derselben sttitten. Nur einzelnen günstig gelegenen Städten gelang es, den zeit
weise ganz unterbundenen Kandelsverkehr wiederanzuknüpfen. Inter diesen Städten
erhob sich zuerst Amalfi, ein kleiner Kafenplah am Golf von Salerno, zu großer
Bedeutung. Amalfi hatte ein freundschaftliches Verhältnis mit den Arabern angeknüpft,
die sich in Sizilien und Interitalien festgesetzt hatten, und dehnte auf Grund dieser
Beziehungen seine Kandelsfahrten nach den syrischen und nordafrikanischen Käsen aus.
Eine wichtige Kandelsniederlassung wurde in Konstantinopel begründet. Die Seegesehe
Amalfis (tabula Amalfitana) wurden zum geltenden Seerecht im mittelländischen Meere.
Gegenüber der aufsttebenden Größe von Pisa, Genua und Venedig vermochte sich
aber Amalfi nicht zu halten.
Pisa hatte sich durch die mit Genua durchgeführten siegreichen Kriege gegen
die Araber im 11. Jahrhundert emporgeschwungen. Die verbündeten Flotten Pisas
und Genuas vertrieben die Araber von Sizilien und Sardinien. Durch die Inter-
stühung der Kreuzfahrer erlangte Pisa wertvolle Kandelsprivilegien in den verschiedenen
morgcnländischen Städten und bahnte einen lebhaften Verkehr mit der Levante an.
Die Stadt unterlag jedoch im Kampfe mit dem rivalisierenden Genua (1284) und
verfiel seitdem sehr rasch.
Genua war bereits zu Römerzciten ein günstig gelegener und viel benutzter
Kandclsplatz. Es hatte mit Pisa siegreiche Kämpfe gegen die Araber bestanden und
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