Full text : Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

6.  Die  Bedeutung  der  Lause.

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Amschwungs  erfolgt  nicht  auch  eine  Trennung  der  Deutschen  in  England.  Lübeck  im
Bunde  mit  Lamburg  gelingt  es,  den  Vorrang  Kölns  daselbst  zu  brechen;  die  Sonderhansa
  der  Kölner  und  die  anderer  Städte  wurden  in  den  Äintergrund  gedrängt;  mehr
und  mehr  Städte  scharen  sich  unter  Lübecks  Banner,  unter  seiner  Führung  schwingt
sich  gegen  Ende  des  13.  Jahrhunderts  in  England  die  „Lansa  Alamanniens"  empor.
Damit  war  ein  gemeinsamer,  fester  Vereinigungspunkt  gegeben,  und  der  bedenkliche
Gegensatz  zwischen  den  Städten  der  Ost-  und  Westsee  wenigstens  nach  außen  verdeckt.
Je  mehr  unter  Lübecks  Einfluß  die  Lansa  im  14.  Jahrhundert  sich  konsolidierte  und
ausbreitete,  eine  je  ansehnlichere  Macht  sie  den  englischen  Königen  gegenüber  repräsentierte, ­
  um  so  größere  Sicherheit  war  gegeben,  nicht  nur  Privilegien  zu  erhalten,
sondern  dieselben  auch  zu  bewahren.
Die  fremdenfreundliche  Politik  der  Plantagenets  kam  ihren  Wünschen  entgegen.
Von  weitaus  nachhaltigstem  Einfluß  war  das  Eingreifen  Eduards!.  Am  1.  Februar  1303
erließ  der  König  die  bekannte  Charta  mercatoria,  durch  welche  er  den  freien  Lande!
der  Fremden  in  England  proklamierte.  Indem  es  von  allen  Fremden  nur  den  Lansen
gelang,  diese  Charte  sich  dauernd  zu  sichern  und  über  zwei  Jahrhunderte  lang  dieselbe
immer  von  neuem  bestätigt  zu  erhalten,  war  dieser  ursprünglich  allgemeine  Freibrief
ein  wahrhaft  hanseatisches  Privileg  und  das  Fundament  des  hanseatisch-englischen  Landels.
Eduard  II.  bestätigte  den  Lansen  den  erwähnten  Brief  (1311)  und  fügte  noch
ein  neues  Privileg  hinzu,  indem  er  die  ausschließliche  Laftbarkeit  des  Lauptschuldners
und  seines  Bürgen  statuierte  (1317),  sowie  das  Maklerrecht  ihnen  erteilte  (1316);
Eduard  III.  verwehrte  den  englischen  Bürgern,  die  Rechte  der  Lansen  durch  städtische
Verordnungen  zu  verkümmern.
So  hatten  die  Lansen  eine  Reihe  von  Privilegien  sich  verschafft,  auf  Grund
deren  ein  schwunghafter  blühender  Lande!  betrieben  werden  konnte.

6.  Die  Bedeutung  der  Hanse.
Von  Dietrich  Schäfer.

Schäfer,  Die  Hanse.  Bielefeld  und  Leipzig,  velhagen  &  Alasing,  (903.  5.  (3<*—(36.
Der  großartige  Aufschwung  deutschen  Seehandels  und  deutscher  Schiffahrt,  den
wir  seit  der  Begründung  unserer  wirtschaftlichen  und  staatlichen  Einheit  erleben  durften,
ist  gelegentlich  Anlaß  geworden,  mit  einer  gewissen  Geringschätzung  von  den  engen
Grenzen  althansischer  Tätigkeit  und  ihrem  bescheidenen  Können  zu  sprechen.  Man  hat
darauf  hingewiesen,  wie  unbedeutend  auch  der  blühendste  Landet  der  alten  Städte  gewesen ­
  sei,  verglichen  mit  dem  Treiben,  das  sich  in  unseren  großen  Verkehrszentten  abspielt. ­
  Es  kann  entgegnet  werden,  daß  man  sich  vor  einer  Anterschätzung  des  Alten
hüten  muß;  aber  das  ist  nicht  das  Entscheidende.  Ausschlaggebend  ist,  daß  es  bei
einer  vergleichenden  Beurteilung  auf  den  Amfang  des  Verkehrs  gar  nicht  ankommt,
sondern  auf  die  Rangstellung,  die  eine  Nation  in  ihrer  Zeit  einnimmt.  And  da  ist
der  Lanse,  unvollkommen,  stück-  und  flickwerksarüg,  wie  sie  unseren  modernen  Augen
erscheint  und  auch  in  mancher  Beziehung  wirklich  war,  doch  das  Verdienst  nicht  abzusprechen, ­
  daß  sie  durch  Jahrhunderte  deutsches  Volk  und  deutsche  Arbeit  zur  See  und
im  ganzen  europäischen  Norden  nicht  nur  würdig,  sondern  gelegentlich  geradezu  glänzend
vertreten  hat,  daß  es  ihr  gelungen  ist,  nicht  nur  Lerr  des  eigenen  Landels  zu  bleiben
in  einem  Amfange,  wie  das  gleichzeiüg  keine  andere  Nation  des  atlantischen  Europa
            
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