Full text : Die deutsche Volkswirthschaft und der Weltmarkt

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Die  enorm  schnelle  Zunahme  des  Deficits  wird  durch
nachstehende  Tabelle  ersichtlich.
Der  Einfuhrüberschuss  betrug  in  100  Tonnen  bei

1895

1896

1897

1898

1899

Butter  .  .  .

2

7

65

77

99

Käse  .  .  .  .

71

84

106

129

141

Schmalz  etc.  .

780

916

1176

1419

1332

Zum  Schlüsse  wäre  noch  anzuführen,  dass  das  deutsche  Reich
durchschnittlich  147  000  Tonnen  Schafwolle,  77  000  Tonnen  Häute  und
Felle,  6000  Tonnen  Bettfedern  und  16  000  Tonnen  Talg  mehr  einführt, ­
  dass  also  auch  hinsichtlich  dieser  Rohprodukte  ein  grosses
Deficit  in  der  deutschen  Viehzucht  sich  ergiebt.
Der  Vollständigkeit  halber  wollen  wir  noch  kurz  der  Forstwirthschaft
  gedenken,  da  auch  sie  ja  vermehrten  Zollschutzes  tlieilhaftig
  werden  soll.  Dass  die  Produktion  auch  hier  den  Bedarf  insbesondere ­
  an  Nutzholz  nicht  im  entferntesten  zu  decken  vermag,
ist  notorisch.  Die  Mehreinfuhr  betrug  im  Durchschnitte  der  Jahre  in
1000  Tonnen:
1890—94  1895—99  1899

Bau-  und  Nutzholz  roh  1  567  1  969  2  471
„  „  „  nach  der  Längaxe  beschlagen  474  55  5  694
„  „  „  gesägt  655  I  070  1  546

Wenn  wir  unsere  Ausführungen  zusammenfassen,  so  kommen
wir  zu  einem  für  die  deutsche  Landwirthschaft  sehr  ungünstigen
Ergebnisse:
Die  deutsche  Landwirthschaft  vermag  heute  auf  keinem  Gebiete
den  an  sie  gestellten  Anforderungen  zu  entsprechen.  Sie  ist  nicht
mehr  im  Stande  dem  deutschen  Volke  das  erforderliche  Brot  zu
beschaffen,  sie  vermag  ferner  nicht  annähernd  den  Bedarf  an
Fleisch  und  anderen  thierischen  Nahrungsmitteln  zu  decken,  sie
erscheint  endlich  vollständig  ausser  Stande,  den  gewaltig  gestiegenen ­
  Verbrauch  an  industriellen  Rohstoffen  zu  befriedigen.
Die  deutsche  Landwirthschaft  hat  ihre  Kräfte  auf  allen  Gebieten
gleichzeitig  eingesetzt  und  daher  zersplittert.  Dadurch  ist  ihre
Stellung  im  nationalen  Wirthschaftsleben  eine  schiefe  geworden.  Sie
verlangt  auf  der  ganzen  Linie  Schutzzoll  für  ihre  Produkte  und  geräth
damit  in  unlösbare  Widersprüche  mit  den  übrigen  Produktionszweigen,
denen  sie  die  nothwendigen  Lebensmittel  für  ihre  Arbeiter,  sowie

Forstwlrthschaft.


Gesammtleistung
  der
deutschen
Landwirthschaft. ­

            
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