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geschäfte der Gesellschaft schließen. Um dieselbe Zeit hat
die Ravensburger Gesellschaft eine Niederlassung in Aquila
zum Zweck des Safraneinkaufs. Alljährlich unternimmt
ein deutscher Faktor eine Reise dorthin, um eine „Safran
anlegung“ zu machen, d. h. den Safran nach der Ernte auf
zukaufen. Eine ausführliche Rechnungsablage des Faktors
Claus Steinhüsler ist für die Zeit von Dezember 1478 bis
Februar 1479 erhalten ')• In Mailand und Genua nimmt er
große Summen ein, die dort zur Zeit der Safranernte fällig
sind. Damit reitet er in die Abruzzen. In Aquila und Fo-
ligno legt er 1059 Duc. 102 s. 6 d. in Zimasafran an, 264 Duc.
122 s. in der Sorte Stima. Er bedient sich bei diesen Ein
käufen eines Agenten, der von jedem Pfund Safran 3 s. oder
2 s. 6 d. Provision erhält. Von Bauern läßt er sich bei seinen
Ritten die Wege über das Gebirge zeigen. Über Florenz
führt er den Transport nach Mailand, nachdem er den Vor
rat an Verpackungsmitteln, den die Gesellschaft in Aquila
liegen hat, ergänzt hat. So läßt er aus Florenz einen Ballen
lederne Säcke nach Aquila schaffen. Auch 1480 ist er um die
selbe Zeit zum gleichen Zweck in Aquila 2 ). — Ende des
15. Jahrhunderts dringen auch die Welser zum Zweck des
Safrankaufs über Venedig und Mailand hinaus in Italien vor.
1478 treffen wir sie mit 5 Ballen Safran im Gebiet von Bo
logna * 3 ). Vielleicht kommt der Transport von Aquila, wo die
Welser im Anfang des 16. Jahrhunderts eine Faktorei
hatten J ),
In Spanien läßt sich nicht wie in Italien trennen
zwischen dem Eiandel am Zwischenmarkt und dem an den
Anbaustellen, da beide zu sehr benachbart sind und sozu
sagen zusammenfallen. Eine Ausnahmestellung nimmt
Barcelona ein, das mehr für den Export in Frage kommt.
Das Hauptausfuhrprodukt Kataloniens und Aragons ist im
späten Mittelalter der Safran. Nur Nebenbedeutung haben
Wolle und Korallen. So ist man berechtigt anzunehmen,
daß die Mehrzahl der deutschen Firmen, die sich im Handel
1) Rav. Pap. 53.
3) Schulte I. S. 592.
2) Rav. Pap. 45.
4) Schulte I. S. 644,