Full text : Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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seien.  In  Verbindung  damit  forderten  sie  eine  Verkürzung
der  Arbeitszeit,  damit  es  den  Arbeitern  ermöglicht  werde,  in
größerer  Entfernung  von  den  Arbeitsstätten  zu  wohnen.  An
die  Gemeinden  und  den  Staat  richteten  sie  die  Forderung,
sanitätspolizeiliche  Vorschriften  für  die  Wohnhäuser  zu  erlassen, ­
  die  Polizeivorschriften,  welche  das  Bauen  von  kleinen
Häusern  erschweren,  zu  beseitigen,  die  Stempelabgaben  zu
vermindern,  die  Baugenossenschaften  zu  begünstigen  und
Wohnungen  für  ihre  Beamten  zu  errichten.  Im  folgenden
Jahre  äußerte  sich  Schulze-Delitzsch  vor  derselben  Versammlung ­
  über  die  Milderung  der  Wohnungsnot.  Er  sagte,  Zweck
der  Baugenossenschaften  sei,  die  Wohnungsfrage  aus  dem
Bereiche  bloßer  Sonderinteressen  einiger  industrieller  Betriebe
und  aus  dem  Bereiche  rein  humanen  Strebens  auf  das  allgemeine ­
  wirtschaftliche  Feld  hinüberzuführen.  Er  gab  den
Baugenossenschaften  den  Rat,  die  Kapitalisten  als  stille  Gesellschafter ­
  heranzuziehen,  da  die  Baugenossenschaften  ohne
große  Kapitalien  keine  ersprießliche  Tätigkeit  entfalten
könnten.  Er  erklärte  sich  prinzipiell  für  den  Bau  kleiner
Häuser,  er  erkannte  aber  auch  die  Notwendigkeit  an,  unter
Umständen  große  Mietshäuser  zu  errichten.
Um  dieselbe  Zeit  machte  man  den  ersten  Versuch  mit  der
Organisation  von  Baugenossenschaften.  Im  Jahre  1864  wurde
eine  derartige  Genossenschaft  in  Hamburg  ins  Leben  gerufen,
die  mit  Unterstützung  einiger  Kapitalisten  48  Häuser  erbaute,
die  sie  zum  Teil  in  das  Eigentum  ihrer  Mitglieder  übergehen
ließ,  die  aber  später  ihren  genossenschaftlichen  Charakter
ganz  verloren  hat.  Obschon  nach  dem  Vorbilde  dieser  Hamburger ­
  Genossenschaft  im  Laufe  der  nächsten  Jahre  einige
andere  Organisationen  in  verschiedenen  Städten  gegründet
wurden,  ging  die  ganze  Entwicklung  doch  in  sehr  langsamem
Tempo  vor  sich.  Im  Jahre  1870  gab  es  erst  drei,  1871  schon
17  und  1873  52  derartige  Baugenossenschaften.  Unter  dem
wirtschaftlichen  Niedergang,  der  mit  dem  Jahre  1873  einsetzte,
hatten  auch  die  Baugenossenschaften  zu  leiden.  Sie  verloren
ihre  Mitglieder,  ihre  Wohnungen  standen  leer  und  ihre
finanziellen  Verhältnisse  wurden  immer  ungünstiger.  Von
Jahr  zu  Jahr  nahm  die  Zahl  der  Baugenossenschaften  ab.
Im  Jahre  1879  bestanden  noch  46,  1880  36,  1881  34,  1883  33,
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