Full text : Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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teile  im  Gefolge  gehabt.  Sobald  ein  solches  Haus  wirklich
Eigentum  der  Genossen  geworden  war,  hatte  dieser  jedes
weitere  Interesse  an  der  Genossenschaft  verloren.  Das  genossenschaftliche ­
  Leben  konnte  sich  daher  auf  die  Dauer
innerhalb  solcher  Organisationen  nicht  halten  oder  weiter
entwickeln.  Ganz  anders  liegt  es,  wie  wir  später  eingehend
zeigen  werden,  bei  größeren  Gebäudekomplexen,  die  nur
Mietswohnungen  enthalten,  durch  welche  die  Bewohner
dauernd  an  die  Genossenschaft  gekettet  werden,  und  in
welchen  sich  das  genossenschaftliche  Leben  um  so  günstiger
entwickeln  kann,  je  größer  diese  Häuser  sind.
Wenn  der  Eigentümer  des  Hauses  nicht  in  der  Lage  ist,
auf  die  Dauer  das  Haus  zu  behalten,  so  wird  das  von  der
Genossenschaft  gebaute  Wohnhaus  leicht  wieder  zum  Spekulationsobjekt, ­
  und  der  eigentliche  Zweck  der  genossenschaftlichen ­
  Tätigkeit  wird  dadurch  vereitelt.  Die  Mietshäuser
dagegen,  welche  dauernd  im  Besitz  der  Genossenschaft
bleiben,  können  nicht  Spekulationsobjekt  werden  und  bilden
daher  gegen  den  Boden-  und  Hauswucher  eine  feste  Schranke.
Die  kleinen  Häuser,  welche  die  Genossenschaft  ihren
Mitgliedern  als  Eigentum  übergibt,  enthalten  häufig  Wohnungen ­
  für  2  oder  3  Familien  und  der  Eigentümer  muß  diese
Wohnungen  vermieten,  um  die  Zinsen  pünktlich  zahlen  zu
können.  Je  mehr  er  auf  den  pünktlichen  Eingang  der  Mieten
angewiesen  ist,  umso  rücksichtsloser  muß  er  gegen  seine
Mieter  Vorgehen,  und  so  ist  dieser  kleine  aus  der  Genossenschaft ­
  hervorgegangene  Eigentümer  oft  der  größte  Haustyrann.
Auch  dieser  Umstand,  mit  dem  man  zu  rechnen  hat,  widerspricht ­
  dem  eigentlichen  Zweck  der  Genossenschaft.
Es  hat  sich  aber  ferner  herausgestellt,  daß  mit  dem
Steigen  der  Bodenwerte  es  in  großen  Städten  ganz  unmöglich
war,  kleine  Häuser  mit  kleinen  Wohnungen  zu  bauen,  die
einen  annehmbaren  Zins  abgeworfen  hätten.  Wollte  man  dem
Arbeiter  in  der  Stadt  in  der  Nähe  seiner  Arbeitsstätte  eine
gesunde  und  preiswerte  Wohnung  bieten,  so  konnte  man  nur
große  Häuser  mit  Mietswohnungen  bauen.  Diejenigen  Baugenossenschaften, ­
  welche  hauptsächlich  nur  kleine  Familienhäuser ­
  für  den  eigenen  Erwerb  der  Genossen  errichteten,
waren  immer  mehr  auf  das  Außengebiet  der  Stadt  und  auf
            
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