Full text : Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

41  —

späteren  Bauten,  die  Mängel,  die  bei  dem  ersten  Bau  hervorgetreten ­
  waren,  nach  Möglichkeit  zu  beseitigen.
Nachdem  in  dieser  Weise  der  Anfang  gemacht  worden
war,  nachdem  im  Nordwesten  Berlins  86  Wohnungen  für  die
Genossen  bereit  gestellt  waren,  konnte  man  daran  denken,
ein  zweites  Grundstück  zu  erwerben.  Einen  geeigneten  Bauplatz ­
  fand  man  in  einem  der  schönsten  Villenorte  Berlins,  in
Westend  an  der  Ecke  der  Ulmen-  und  Eschenallee.  Der
Ankauf  dieses  Grundstückes  wurde  aber  immer  wieder  hinausgeschoben, ­
  weil  bei  der  dort  vorgeschriebenen  landhausmäßigen ­
  Bebauung  und  den  hohen  Grund-  und  Bodenpreisen
sehr  schwer  eine  Rentabilität  bei  der  Herstellung  kleiner
Wohnungen  herausgerechnet  werden  konnte.  Nach  der  Baupolizeiordnung ­
  für  die  Vororte  von  Berlin  vom  26.  November
1892  dürfen  nur  3 / 10 ,  bei  Eckgrundstücken  4 /io  der  Gesamtfläche ­
  bebaut  werden.  Die  Höhe  ist  auf  zwei  voll  ausgebaute
Geschosse  begrenzt,  doch  darf  das  Dachgeschoß  zur  Hälfte,
das  Kellergeschoß  zu  3 /t  für  Wohnzwecke  eingerichtet  werden.
Wenn  man  daher  das  Dachgeschoß  hoch  genug  anlegt  und
das  Kellergeschoß  als  höheres  Souterrain  ausbaut,  so  ergeben
sich  in  Wirklichkeit  drei  Wohngeschosse.
Im  April  1895  wurde  endlich  das  Grundstück  in  Westend ­
  angekauft.  Es  konnte  aber  nicht  sofort  bebaut  werden,
da  man  von  der  Gemeinde  die  Bauerlaubnis  nicht  erlangen
konnte.  Nachdem  auch  diese  Schwierigkeit  beseitigt  war,
wurde  mit  dem  Bau  im  Juni  1896  begonnen,  und  die  dort
geschaffenen  Wohnungen  konnten  zum  1.  April  1897  bezogen
werden.  Das  Haus  umfaßt  2  Läden  und  20  Wohnnngen;
die  Wohnungen  bestehen  aus  Stube,  Kammer  und  Küche.
Sämtliche  Wohnungen  können  quer  durchlüftet  werden.  Da
in  Westend  die  Kanalisation  noch  nicht  fertiggestellt  ist,  so
fehlt  den  einzelnen  Wohnungen  bisher  noch  ein  Kloset,  doch
ist  ein  Raum  dafür  freigelassen  und  ist  in  Aussicht  genommen, ­
  nach  der  bald  zu  erwartenden  Kanalisationsanlage
diesem  Mangel  abzuhelfen.  Die  gemeinsame  Badeeinrichtung
befindet  sich  wieder  im  Dachgeschoß,  daselbst  sind  auch
Waschküche,  Trockenboden  und  der  für  jede  Wohnung  bestimmte ­
  Bodenverschlag  angebracht.  Hinter  dem  Hause  befindet ­
  sich  ein  großer  Garten,  der  als  Spiel-  und  Turnplatz
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.