Full text : Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

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der  Alten  Welt,  besonders  in  Deutschland,  für  ein  Porträt
im  Höchstfall  5000  Mark  erzielen  würden,  werden  namentlich ­
  im  Osten  der  Vereinigten  Staaten  mit  4—5000  Dollars
honoriert,  wenn  es  ihnen  vorher  gelungen  ist,  eine  europäische ­
  Berühmtheit  ermalt  zu  haben  und  diese  Tatsache
zweckentsprechend  in  weite  Kreise  zu  tragen.  In  guten
wohlhabenden  Häusern  und  in  den  großen  Galerien  der
Reichen  findet  man  leider  nur  selten  Werke  deutscher  Maler
und  Bildhauer,  dagegen  in  hervorragendem  Maß  Schöpfungen
der  französischen  und  englischen,  auch  der  spanischen  und
italienischen  Kunst.  Sollten  nicht  hier  „Möglichkeiten“  für
unsere  heimischen  Meister  vorhanden  sein  oder  geschaffen
werden  können?  Ich  bin  überzeugt,  daß  ein  in  New  York
in  großem  Stil  aufgemachter  Salon,  der  tatsächlich  nur  erste,
allererste  Werke  unserer  großen  deutschen  Künstler  aufzuweisen ­
  haben  dürfte,  unserm  Kunstfleiß  neue  und  mächtige
Absatzquellen  allmählich  eröffnen  würde.  Es  müßte  natürlich ­
  die  Art  der  Aufmachung  und  Propagierung  auch  hier
überall  der  ins  Weite  gehenden  amerikanischen  Geschmacksrichtung ­
  tunlichst  angepaßt  werden.  Bilder  und  Bildwerke
hervorragender  deutscher  Meister,  in  diesem  Salon  ausgestellt, ­
  vorher  richtig  besprochen  und  beleuchtet  in  „Leslies“
oder  „Colliers  Weekly“  oder  in  der  „Review  of  Reviews“,
würden  Preise  erzielen,  die  nun  einmal  bei  uns  in  Deutschland ­
  nicht  zu  erreichen  sind.  Aber  ich  betone,  daß  selbst
der  Versuch  eines  solchen  Imports  großer  deutscher  Kunstwerke ­
  sehr  systematisch  und  wohlorganisiert  in  die  Wege
geleitet  werden  müßte,  unter  gleichzeitiger  lebendiger  Veranschaulichung ­
  unseres  Kunstkönnens  im  allgemeinen.  Daß
frühere  Einzelbemühungen  erfolglos  waren,  darf  nicht  abschrecken.
  New  York,  das  Paris  der  Vereinigten  Staaten,
das  Mekka  der  Amerikanerinnen,  würde  das  richtige
Operationsfeld  bilden.  Die  deutsche  Kunstabteilung  inner ­
            
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