Full text: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

113 
8 
richtung wird an der Sohle des abzubauenden Flötzes ange 
setzt; in einer Höhe von vielleicht 1 Dezimeter von der 
Sohle und in einer Längsausdehnung von etwa 2 Meter wird 
die Kohle zerstoßen. Die zerkleinerte Kohle wird durch 
einen Handlanger weggeschafft, so daß die abzubauende 
Kohle über einem Hohlraum hängt. Darauf werden 
in die unterschrämte Bank des Kohlenflötzes Bohrlöcher 
gestoßen, mit Dynamit gefüllt und abgeschossen, so daß auf 
diese Weise die Kohle in größeren Stücken und viel billiger 
gewonnen wird als bei dem Abbau mit der Keilhaue. Die 
Anwendung derartiger Maschinen setzt aber voraus, daß die 
Sohle des Flötzes annähernd horizontal verläuft, und daß 
das Flötz eine verhältnismäßig weiche Kohle führt, was bei 
den deutschen Gruben nur selten der Fall ist. Die An 
wendung der Maschinen und die natürliche Beschaffenheit 
der amerikanischen Kohle verbilligen deren Gewinnung. 
Die Arbeit gehört indes zur Klasse der „skilled labour“; die 
betreffenden Arbeiter verdienen in Pittsburg und Umgegend 
zwischen 5000 und 6000 Mark jährlich. Eine weitere wesent 
liche Ursache für die Billigkeit der amerikanischen Kohle 
liegt wohl darin, daß sie meist oberhalb der Grundwasser 
linie herausgeholt wird, wodurch sich die sehr beträchtlichen 
Wasserhaltungskosten erübrigen und außerdem die Heraus 
beförderung der Kohle aus dem Grund sich entweder auf 
horizontalen oder selbst nach unten gerichteten Schienen 
bewerkstelligen läßt. Dadurch werden auch die sehr kost 
spieligen Schachtanlagen überflüssig. 
Der Roheisenbedarf war im Jahre 1901 auf 455 Pfund 
auf den Kopf der Bevölkerung gewachsen. Der Verbrauch 
auf den Kopf der Bevölkerung betrug an Rohbaumwolle im 
Jahre 1870 12,82 Pfund und im Jahre 1901 22,17 Pfund, 
an Kaffee 6 Pfund und 10,60 Pfund und steigerte sich für 
Zucker, dessen Verbrauch wohl für den Nationalwohlstand
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.