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drahtlich zu übermitteln mir erlaubt. Es steht fest, daß
Käufe in »Hapag«-Aktien von hier auf den freien Märkten in
Hamburg und Berlin vorgenommen worden sind — viel
leicht ursprünglich angesichts des billigen Aktienkurses in
spekulativer Absicht und mit dem Ziel, bei genügendem
Materialbesitz eine Einführung an den amerikanischen Börsen
in die Wege zu leiten. Diese Absicht und dieses Ziel können
aber zu einer weiteren Ausgestaltung über das rein geschäft
liche Vorhaben hinaus führen, wenn der Wunsch nach
amerikanischer wirtschaftlicher Weltherrschaft den leitenden
Männern den als »national« betrachteten und vielfach von der
öffentlichen Meinung mit Nachdruck propagierten Gedanken
suggeriert, auch einen unmittelbaren und bestimmenden
Einfluß auf unsere großen Dampferlinien gewinnen zu wollen.
Geld spielt augenblicklich hier keine Rolle. Die Finanz
gruppen verfügen über Unsummen. Der Präsident der
»National City Bank of New York« wies mir an der Hand seiner
Bücher nach, daß die City Bank zur Zeit über 800 Millionen
Mark Baardepositen verfüge. Und zum Konzern der Bank
gehören die Harriman und beide Rockefellers als Direktoren
bezw. Aufsichtsräte, deren Vermögen auf 1200 Millionen
Dollars angegeben wird. Also, kommt Geld für reine Aktien
erwerbungen in Betracht, dann wird es auch Herrn Morgan
nicht daran fehlen. Ob und inwieweit es möglich sein wird,
in diesem Falle hemmend einzuwirken, läßt sich kurzerhand
nicht entscheiden. Jedenfalls ist die Frage ernsthaftester
Erwägung wert. Aktienkäufe lassen sich an den freien Märkten
nicht verbieten. Vielleicht sind Änderungen in den Statuten
der betreffenden Gesellschaften tunlich, die unseren deutschen
Interessen Schutz gewähren. Das müßte eventuell bald ge
schehen, eheeine AktienmajoritätinaußerdeutscheHändeüber-
geht, eine Majorität, die eine Änderung der Statuten unmög
lich machen würde. Der hiesige deutsche Generalkonsul hat
ie