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wohl schon vor einigen Wochen über diese Angelegenheit
nach Berlin gemeldet; die Bestimmungen des deutschen
Handelsgesetzbuches würden statutenmäßige Änderungen in
dem Sinne zulassen, daß nur Inländer dem Aufsichtsrate an
gehören dürfen. Damit würde aber nicht verhindert werden,
daß diese Inländer — »Puppen« einer ausländischen Aktien
majorität sein könnten. Tritt die ganze Frage hier wirklich in
ein ernsteres Stadium, so wird es sich zunächst immer nur
um diejenige »Kontrolle der Interessen« handeln, die
man durch großen Aktienbesitz sichern kann. Eine
weiterhin in Betracht kommende Verständigung hinsichtlich
der Frachtsätze zwischen amerikanischen, deutschen und
anderen Linien hat, was ich übrigens noch bemerken
möchte, mit den jetzt schwebenden Gerüchten nichts
zu tun. Das steht auf einem ganz andern Blatt
Es wäre eine Vermessenheit, über die Eindrücke, die
ich in mich aufnehme, schon jetzt etwas Abschließendes
sagen zu wollen. Aber eins möchte ich hervorheben:
das Wirtschaftsleben hat tatsächlich hier übermächtige
Dimensionen angenommen. Ein riesenhaftes Eisenbahn
netz, eine unbureaukratische Behandlung des gigantischen
Verkehrs, ein gutes Kanalsystem, zahlreiche, herrliche Häfen,
enorme Kapitalskraft, kühner Wagemut und Unternehmungs
geist, zähe Energie und Arbeitsamkeit, ausgedehnteste Ver
wendung von Maschinen zur Entlastung der menschlichen
Arbeitskraft erleichtern den beispiellosen kommerziellen
und industriellen Aufschwung der Union. Und das alles
wird auch in zahllosen öffentlichen Reden und von der Presse
jeder Parteirichtung den Hörern und Lesern immer wieder
unter populärer und geschickter Verarbeitung des die
Wirtschaftsentwicklung illustrierenden statistischen Materials
zum Bewußtsein gebracht. Wenn man so die Amerikaner
über Amerika sprechen hört, wenn man alles das, was