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vorgelesen hat, wies auf die damals nahe bevorstehende An
kunft des Prinzen Heinrich hin und hob in freudiger Erregung
hervor, daß der Prinz als des Kaisers und des Deutschen
Reiches Vertreter mit inniger Sympathie überall im Lande
begrüßt werden würde. Zugleich betonte er mit Nachdruck,
daß nur ein klärender und dauernder Meinungsaustausch
zwischen beiden Nationen geeignet sei, alles Mißverständliche
nach und nach verschwinden zu lassen.
An diese letzten Worte knüpfe ich hier vornehmlich
an. Mehr und gewaltiger als irgendwo sonst stürmt gerade
auf der andern Seite des Ozeans das rein Äußerliche auf
Sinn und Nerven ein und läßt in seinem kaleidoskopartigen,
bunt- und wildbewegten Getriebe nur allmähliche Samm
lung aufkommen. Diese aber gewinnt man in zunehmendem
Ausmaß und gelangt zu einer abgeklärten und unparteiischen
Beurteilung, wenn es gelingt, Fühlung und Aussprache mit
den Kreisen der Bevölkerung zu erhalten — mit poli
tischen wie unpolitischen, mit Arbeitgebern wie mit Arbeit
nehmern, mit Männern der Volkswirtschaft und der Rechts
kunde. Auf die Notwendigkeit einer derartigen Studien
behandlung im eigenen wie im Gesamtinteresse habe ich
wiederholt hingewiesen, ebenso darauf, daß fern von jeder
Hast und Nervosität überall in den Vereinigten Staaten ein
geradezu aufrichtiges und herzliches Bestreben vorhanden
ist, sich dem Fremden unumschränkt zur Verfügung zu
stellen. Dieser wohltuenden Bereitwilligkeit verdanke ich
nicht nur wertvolles statistisches und technisches Material,
dessen Nachprüfung mir auch fast immer ermöglicht
worden ist, sondern auch eine Fülle charakteristischer
Äußerungen, mündlicher und schriftlicher Auslassungen,
die ich in ihrer ursprünglichen Fassung von Fall zu
Fall unter Bezeichnung der Quelle, der sie entstammten,
meinen Arbeiten angereiht oder in sie eingefügt habe.