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eine Staude Baumwolle, ein Körnchen Brotfrucht, ein zehntel
Liter Petroleum, ein Karat Gold mehr in Europa für die
Weltversorgung vorhanden sein? Allerdings ist das Beiwort,
das Herr Graf Tiele-Winckler der Alten Welt beilegt,
indem er sie „ergraut“ nennt, nicht das richtig kennzeichnende.
Wer grau und ergraut geworden ist, dem gibt
kein Elixir Jugend und Jugendsinn zurück und frohen
frischen Wagemut und die Stärke zu mannhaftem Erstreiten.
Soll ein Beiwort gefunden werden, das dem derzeitigen Zustande
einigermaßen nahe kommt, so möchte ich mich der
Auffassung eines klugen amerikanischenFreundes anschließen,
der mir sagte: „Europa ist »anämisch« geworden.“ Das
lasse ich eher gelten. Blutarm wohl; aber Blutarmut ist zu
heilen, gewiß dann, wenn der Körper an sich heil ist. In
Europas Ländern und insonderheit in Deutschlands Landen
fließen Hunderte von Quellen, die die Verschlechterung des
Blutes beseitigen und die unserm sonst gesunden Wirtschafts-Organismus
neue verjüngende und blutbildende
Elemente zuleiten können. Und einzig und allein dadurch,
daß wir all die reichen, in unserm Volke
ruhenden Kräfte zu frischem Leben erwecken und ihnen
den Weg zu voller Entfaltung freimachen, können wir
die Aufgaben erfüllen, deren Erreichung wir im Wettbewerb
mit den Vereinigten Staaten zielbewußt zuzusteuern
haben, ohne abzuwarten, bis sich dereinst Abwehrkoalitionen
von Ländern bilden. Gewiß, der Kampf
ist für uns ■ trotz mancher Undichtigkeit in der glänzenden
Rüstung des Mitbewerbers zeitweilig unendlich schwer
und hart. Aber auch der einsichtige Amerikaner weiß
und empfindet ganz genau, daß er keineswegs hoffen darf,
selbst das „ergraute“ Europa industriell über den Haufen
rennen und in kommerzielle Abhängigkeit nehmen zu
können. Nicht Erd- und Bodenschätze der Union, kein Trust
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