Full text : Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

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Bei  der  Überfahrt  nach  den  Vereinigten  Staaten  habe
ich  einen  Mann  kennen  gelernt  und  bin  mit  ihm  späterhin
aufrichtig  befreundet  geworden,  der,  Franzose  von  Geburt,
das  älteste  unter  elf  Kindern,  in  jungen  Jahren  nach  der
Neuen  Welt  ausgewandert  war.  Musiker  von  Beruf,  spielte
er  drüben  zunächst  in  einem  kleinen  Orchester  des  Westens.
Dann  wurde  er  Leiter  dieses  Orchesters,  später  Kapellmeister ­
  bei  irgend  einer  Oper  Alles  war  auf  der
andern  Seite  des  Ozeans  noch  in  Gärung  und  im  Werden.
Grund  und  Boden  waren  beinahe  für  nichts  käuflich.  Anfang ­
  der  achtziger  Jahre  erwarb  er  mit  kleinen  Ersparnissen
als  Anzahlung  weite  Flächen  im  Louisiana-Gebiet.  Die
Geige  und  den  Dirigentenstab  hängte  er  an  den  Nagel  und
widmete  sich  mit  eisernem  Fleiß  der  Bewirtschaftung  seines
Besitztums.  Er  pflanzte  Reis  und  Mais,  Zucker  und  Tabak
und  Baumwolle.  Damit  mehrte  sich  der  Wert  des  Anwesens, ­
  das  immer  ertragreicher  wurde.  Mit  der  zunehmenden ­
  und  gedeihlichen  Ausgestaltung  des  Landes  selbst
machte  die  Entwicklung  in  den  Betrieben  meines  Freundes
ungeahnte  Fortschritte.  Er  war  finanziell  in  der  Lage,  nun
auch  auf  seinen  Farmen  maschinelle  Einrichtungen  und  industrielle ­
  Anlagen  zu  schaffen  und  sich  an  Eisenbahnen  zu
beteiligen,  die  die  Erzeugnisse  seines  Bodens  und  seiner
Industrie  den  Verbrauchsstätten  nahe  .brachten.  Alle  paar
Jahre  ging  er  auf  einige  Wochen  oder  Monate  nach  der
Alten  Welt,  um  zu  beobachten  und  sich  durch  Augenschein
zu  überzeugen,  was  Technik  und  Gewerbe  daselbst  Neues
hervorgebracht  hätten,  und  was  etwa  davon  für  drüben  zu
übernehmen  wäre.  Bei  diesen  Reisen  ist  die  Sehnsucht
immer  mächtiger  in  ihm  geworden,  in  die  alte  Europa-Heimat
  dauernd  zurückzukehren.  Nachfünfundzwanzigjahren
einer  an  Arbeit  und  an  Erfolg  der  Arbeit  überreichen  Tätigkeit ­
  hat  sich  mein  Freund  vor  kurzem  an  den  Ufern  des
17*
            
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