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kommt, die eingehendste und sorgfältigste Behandlung.
In den Vereinigten Staaten gilt die Presse als erste Großmacht;
es ist bekannt, daß von den 50 000 Zeitungen und
Zeitschriften, die gegenwärtig auf der Erde existieren sollen,
über 40 Proz., nämlich ungefähr 21 000, darunter 2200
Tageszeitungen, in Amerika erscheinen. An Wochenschriften
werden ungefähr 16 000, an Monatsschriften 2400
gezählt. In deutscher Sprache sind nahezu 900 Publikationen,
einschließlich 73 Tageszeitungen, geschrieben. Nach einer
Richtung ist in der amerikanischen Presse ein besonderes
Charakteristikum hervorzuheben: Die unentwegte Betonung
und Verfechtung der nationalen Größe des Landes ist hier
in allen Organen suprema lex. Lange Leitartikel sind in den
Tageszeitungen nicht gebräuchlich — nur kurze, aber scharf
pointierte »editorielle« Notizen. In der Hauptsache aktuelle
Nachrichten und Neuigkeiten up to date. — Alles mit einer
Schnelligkeit des Dienstes und mit einer technischen Herstellung,
die verblüffend wirken. Die Verbreitung der
Zeitungen ist enorm und der Straßenverkauf so bedeutend
wie wohl in keinem Land der Welt. Die Journalisten gehören
hier zumeist nicht zu den Leuten, die »ihren Beruf
verfehlt haben«. Der amerikanische Journalismus bildet, wie
das Lawyertum, oft das Durchgangsstadium zu kommunalen
und staatlichen Stellungen. Der Zeitungsreporter selbst
findet nirgends verschlossene Türen, vielmehr überall und
zu jeder Tages- oder selbst Nachtzeit weitestes Entgegenkommen.
Selbstverständlich treten hierbei in der oft rücksichtslosen
Preisgabe des Privat- und Familienlebens bedauerliche
Auswüchse in die Erscheinung.
Bei der Erörterung internationaler Verhältnisse bringt
die Presse der Union fast ausnahmslos, trotz politischer und
wirtschaftlicher Zwischenfälle, den Franzosen und Russen
aufrichtiges Wohlwollen entgegen. Noch heute erweisen sich