Full text: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

49 
4 
hören, sind die Arbeiter fest organisiert. Die Zahl der also 
organisierten Arbeiter wächst außerordentlich; sie betrug 
im Jahre 1900 900 000, Ende 1901 schon 1 500 000; Ende 
dieses Jahres wird sie voraussichtlich 2 000000 übersteigen. 
Der Kampf zwischen organisiertem Kapital und organi 
sierter Arbeit trat im Vorjahre durch den Streik der Eisen- 
und Stahlarbeiter besonders ernsthaft in die Erscheinung. 
Wegen der Lohnfrage hatte es früher schon öfter partielle 
Streiks gegeben, bei denen die Arbeiter Erfolge erzielten. 
Die „Amalgamated Association of Iron and Steel and Tin 
Workers“ verlangte diesmal von den Arbeitgebern die 
offizielle Anerkennung der völligen Gleichberechtigung des 
Arbeiterverbands mit den Kapitalsvereinigungen. Die For 
derung drang nicht durch. Die Gründer der „United States 
Steel Corporation“ hatten über alle Gebiete der vereinigten 
Fabriken in einer ganzen Reihe von Etablissements aus 
schließlich solche Arbeiter angestellt, die der „Amalgamated 
Association“ nicht angehörten. Damit waren für den Streik 
fall immune Gebiete und zugleich Anziehungszentren für 
die zum Abfall bereiten Elemente geschaffen, so daß die 
Aufrechterhaltung des Betriebes in gewissen Grenzen er 
möglicht wurde. Dazu kam, daß unter den Arbeiterführern 
selbst Meinungsverschiedenheiten herrschten. Der eine 
dekretierte einfach den Streik unter Vertragsbruch, der 
andere erklärte die Nichteinhaltung eines geschäftlichen 
Abkommens für ein schweres Vergehen. 
Ungleich besseren Erfolg hatte die „American Fede 
ration of Labor“ in ihrem Haupt-Rekrutierungsgebiet Cali- 
fornien. Im Hochsommer vorigen Jahres hatten die 
Spediteure und Großkaufleute von San Francisco ihre zur 
Union gehörigen Arbeiter, Fuhrleute, Verpacker ausgesperrt, 
weil diese sich geweigert hatten, aus ihren Organisationen 
auszutreten. Die Seeleute und Dockarbeiter erklärten hier
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.