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seine Stellung dem Lande gegenüber sind andere als
die Beziehungen und die Stellung des Europäers zu
seinem Lande. In den Vereinigten Staaten sind vielfach
Gemeinsinn und Selbstsucht eine wunderliche Ehe einge
gangen. Der allezeit rege Gemeinsinn hat beinahe instinktiv
dahin gewirkt, daß auch jeder zufälligen Fügung eine Rich
tung zur Förderung des Gemeininteresses gegeben wurde.
Ich habe früher dargelegt, in welchem ungewöhnlichen
Maß die amerikanischen Eisenbahnen durch ihre eigenartige
Tarifpolitik, die eigentlich nur eine fortgesetzte gegenseitige
Unterbietung der Frachtraten war, dazu beigetragen haben,
die Industrie der Vereinigten Staaten zu schaffen, sie zu
erziehen und zur Blüte zu führen; wie die Eisenbahnen es
gewesen sind, die an manchen Orten erst künstlich die
Möglichkeit industrieller Betätigung bereitet haben. Und
der künstlichen Schöpfung haben sie geduldig opferwillige
Pflege angedeihen lassen, bis der Pflegling erstarkt und
wurzelfest geworden war, als hätte der Boden selbst ihn
erzeugt. Dieselben Eisenbahnen, die so wundervolle Frei
gebigkeit dem allgemeinen Nutzen gegenüber gezeigt — ge
schah es auch in erster Reihe nicht im Hinblick auf diesen
Nutzen, sondern in einer wahllosen Verwendung aller
Mittel zum Zweck des Niederringens einer Konkurrenz —,
verstanden sich ausgezeichnet darauf, die höchsten Preise zu
nehmen, wo sie, wie bei der Beförderung der Postsendungen,
dem Staat die Preise vorzuschreiben in der Lage waren.
Niemals ist in Europa der Begriff vom „Racker Staat“, dem
gegenüber man in materiellen Interessenfragen nicht heikel
und rücksichtsvoll zu sein brauche, so in Geltung gewesen
wie in den amerikanischen Freistaaten. In Europa war
immer der Staat der Herr, den man anerkannte, auch wo
man seinen Auflagen und Fronden sich zu entziehen suchte
— was übrigens längst aufgehört hat, zum „guten Ton“ zu