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jetzt gilt es, nicht Schuldfragen z u erörtern, sondern
auf Grund gegebener Tatsachen einer dunklen
Zukunft tatenbereit, entgegenzugehen.
Da ist es nun klar, daß sich die Unterlagen für die finan
zielle Auseinandersetzung bei Übernahme der
Eisenbahnen auf das Reich verschoben haben. Auf
irgendwie erhebliche Reinerträge kann das Reich in naher Zukunft aus
keinem der zu übernehmenden Eisenbahnnetze rechnen. Vielmehr ist
die erste Aufgabe, vor der das deutsche Verkehrs
wesen steht, eine durchgreifende Sanierung seiner
Eisenbahnen.
Die Tarifpolitik der deutschen Eisenbahnen ist der überaus raschen
Geldentwertung, dem damit verbundenen Sinken des wirklichen Wertes
der Einnahmen und dem rasend schnellen Steigen aller Ausgaben nicht
gefolgt. Die Folge war ein finanzieller Absturz. Die Betriebsrechnungen
schließen mit gewaltigen Fehlbeträgen ab, die in Preußen Milliarden
werte erreichen. Hierzu kommen in der Vermögensrechnung außer
ordentliche Kriegsverluste der deutschen Eisenbahnen, namentlich die
Abgabe der besten Teile des Fuhrparks an die Feinde. Das alles
fordert umfassende nachträgliche Kapitalaufwendungen.
Diese Kapitalaufwendungen sind natürlich in gleichem Maße, ja voraus
sichtlich in höherem Maße notwendig, wenn die Eisenbahnen nicht in
das Eigentum des Reiches übergehen würden. Sie erschweren aber
die Auseinandersetzung insofern, als der gesunkene Geldwert hier ganz
erhebliche Verschiebungen gebracht hat. Bauten und Beschaffungen
sind jetzt gegenüber der Vorkriegszeit um ein Vielfaches teurer.
Diese Erhöhung der Anlagewerte wird durch die Einnahmen auch nach
der zum 1. April angekündigten Tariferhöhung nicht wettgemacht. Der
Ertragswert der nach dem Kriege vorgenommenen Bauten und Be
schaffungen ist damit erheblich herabgedrückt. Er wird zum Ertrags
wert der alten Anlagen usw. in einem ähnlichen Verhältnis stehen, wie
der Ertragswert eines jetzt zu bauenden Hauses zum Ertragswerte eines
Hauses aus Vorkriegszeiten.
Ein Teil dieses neuen Materials, das zur Wiederherstellung der
Eisenbahnen erforderlich ist, wird allerdings zu Lasten des Reiches als
verlorener Zuschuß gebucht werden können. Das ist zunächst
unzweifelhaft bezüglich der Kosten für die Wiederauffüllung des Fuhr
parks, soweit er durch die Abgabe von 5000 Maschinen und etwa
170 000 Wagen an die Alliierten eine Einbuße im Geldwerte von
Milliarden erfahren hat. Das würde aber auch auszudehnen sein aus
die Verluste am Fuhrpark, die im übrigen durch Kriegsereignisse ent
standen sind. Alle Aufwendungen für Wiederherstellung des Fuhrparks
könnte also das Reich den Eisenbahnen als Kriegsverluft er-