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Erster Teil.
z. B. in Lancashire, haben sie auch diese Forderung durchgesetzt. Für-
Saat- und Erntearbeiten ist von. dem freien Sonnabendnachmittag ab
zusehen. Dabei ist auch die ideelle Seite der Sache zu bedenken, daß
nämlich in einem niit Industrie durchsetzten Lande der bloße Anblick
der vielen am Sonnabendnachmittag nicht Arbeitenden verbitternd auf
die zur Arbeit Gezwungenen wirkt'). Materielle Berechtigung liegt in
dem Wunsche, dem Garten diese Zeit widmen zu können. Besonders
schwierig sind die tagaus, tagein gebundenen Viehwärter zu bekommen.
Zugunsten des Landarbeiters wird häufig angeführt, daß er das
ganze Jahr hindurch beschäftigt wird. Um die Richtigkeit dieser Be
hauptung zu prüfen, wurde die Frage gestellt, ob bei Regen oder
Schnee die Arbeiter beschäftigt werden oder nicht. Es ergab sich, daß
in 47 °/<> der Kirchspiele die Arbeit bei schlechtem Wetter ausgesetzt wird.
Die Angemessenheit des Lohnes muß ganz unabhängig von etwaiger
Ermerbsgelegenheit der Frau^) und der Kinder sowie etwaiger Wohl
tätigkeitseinrichtungen betrachtet werden; dabei zeigt sich, daß, von
wenigen Ausnahmen abgesehen, der Lohn unzureichend ist, um eine
Familie zu ernähren. Selbst unter Hinzunahme von Frauen- und Kinder
verdienst faßt Miß Maud Davies in Borsley (Wiltshire) die Lebens
haltung von einem Fünftel der Arbeiterfamilien unter dem physio
logischen Standard. B. Seebohm Rowntree und Miß May Kendall
kamen bei der Prüfung von 42 Landarbeiterhaushalten zu einem noch
viel schlechteren Resultat.
') Die letztere Tatsache ist subjektiv nicht von der Hand zu weisen. Objektiv
ist dem jedoch entgegenzuhalten, daß die Sitte, die Fabrik- und sonstige Stadt
arbeit Sonnabend mittags einzustellen, ihren guten Grund hauptsächlich in dem
Bestreben hat, die verdorbene Luft der Fabriksäle gegen die frische Luft der Spiel
plätze zu vertauschen; dieses Bedürfnis nach ausgiebigen Genuß frischer Luft
entfällt beim Landarbeiter ohne weiteres; auch ist seine Arbeit viel abwechslungs
reicher und vielfach trotz etwas längerer Arbeitszeit weniger ermüdend und er
schlaffend.
-) Aus dieser Äußerung geht hervor, daß sich die Kommission über das
wahre Wesen der Landarbeit nicht klar war. Landarbeit ist ganz wesent
lich-Familienarbeit. Darin, daß dem so ist, liegt die Überlegenheit des
Kleinwirtes über den Großwirt begründet, die um so mehr in die Erscheinung
tritt, je mehr sich der Großbetrieb, teils gewollt, teils gedrängt, vom Natural
lohn abwendet, je höher der Geldlohn steigt und je mehr der Großgutsbetrieb
dem Fabrikbetrieb hinsichtlich seiner ganzen Arbeitsverfassung nacheifert. Auf
diesen Punkt wird im Nachwort noch einzugehen sein.