Nachwort.
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effieren; beiderseits haben wir jetzt mit denl landlosen Arbeiter zu
rechnen, dessen Interessen nicht mehr parallel mit denen des wirklichen
Landwirtes laufen, sondern der bei stetem Rückgang der Naturallöhnung
mehr und mehr als Konsument seinem Arbeitgeber, dem Produzenten,
gegenübertritt, der also beispielsweise ein Interesse an niedrigen Brot
preisen, an niedrigen Milchpreisen u. ä. hat.
Nun hat sich ja in unseren östlichen Provinzen eine für ein ge
wisses Zeitalter ganz glückliche Übergangsform erhalten, indem der zum
unselbständigen Gutsarbeiter herabgesunkene Kleimvirt den größten Teil
seines Lohnes in Form von Landnutzung (oder dessen vornehmstem
Produkt: Getreide), Viehnutzung, Holznutzung und anderem erhielt.
Diese Lohnform hat fast ein Jahrhundert lang vermocht, die Schäden
der Ausstoßung des Landarbeiters aus der Dorfgemeinschaft hintan-
zuhalten.
Während sich bei uns diese Übergangsstufe als etwas ganz Natür
liches ergab, stießen in England Niedergang und Ruin des Kleinbauern
tums bereits mit dem Anfang der industriellen Entwicklung zusammen,
und es geschah dort in viel rascherem Tempo und viel größerem Um
fange das, was auch bei uns niehrere Dezennien später in jenen Land
teilen unabweisbar wurde, in denen ein rasches Aufblühen der Industrie
erfolgte: der Landarbeiter wurde ganz wesentlich auf Geldlohn gestellt,
der von Anfang an nicht niedriger war als der der Industrie (denn auch
die Industrie zahlte ursprünglich nur niedrige Löhne), der aber den Auf
stieg der Jndustrielöhne nicht mitmachen konnte, weil das inzwischen er
folgte Einsetzen des Freihandels das Einkommen der Pächter so niedrig
hielt, daß sie sich sowohl hinsichtlich der Zahl ihrer Arbeiter wie auch
hinsichtlich ihrer Entlohnung auf das äußerste einschränkten. Auch wo
immer bei uns Industrie und Landwirtschaft hart aufeinanderstießen,
wie in Schlesien, im Königreich Sachsen, Westfalen, in der Rhein
provinz, nahm die Entwicklung des Entlohnnngssystems denselben Lauf;
immer dringender wurde die Konkurrenz mit dem Geldlohn der In
dustrie, und immer mehr inußte deshalb vom Naturallohnsystem ab
bröckeln. Da nun aber nach Maßgabe der ländlichen Lebensverhältnisse
an ein vollständiges Abschaffen des Naturallohnteiles nur in den
seltensten Fällen gedacht werden konnte, vielmehr immer noch eine nicht
unerhebliche Quote des Gesamtlohnes in Form von freier Wohnung,
Garten, Kartoffeln oder Kartoffelland, freien Fuhren usw. beibehalten
werden mußte — alles Leistungen, die vom Arbeiter nur sehr niedrig
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